Welche Bedeutung haben Web-2.0-Tools für Journalisten?

Welche Web-2.0-Instrumente nutzen Journalisten für welche Zwecke? Worin bestehen Unterschiede im Nutzungsverhalten von verschiedenen Redakteuren? Was müssen Unternehmen beachten, wenn sie Web-2.0-Tools zur Kommunikation mit Journalisten einsetzen? So lauteten die zentralen Fragen, die die Kommunikationsagentur Vibrio im Rahmen der Studie “Das Nutzungsverhalten Deutscher Journalisten bei Elementen des Web 2.0″ stellte. Dabei befragte die Agentur im Auftrag von der Oracle Deutschland GmbH Journalisten von Tages-, Wirtschafts-, Publikums- und Technologiemedien. Herausgekommen sind spannende Ergebnisse.
Immerhin 49 Prozent nutzen Web-2.0-Tools mindestens einmal pro Tag in der journalistischen Arbeit. Am häufigsten werden die Tools Wikis, RSS-Feeds und Blogs genutzt. Das Interesse ist primär auf Recherche von klassischen Informationen, Bildmaterial und Kontaktinformationen fokussiert. Dem Großteil der Journalisten dienen Web-2.0-Instrumente mehr als Informationsmedium denn als Kommunikationsmedium. Grund dafür ist das Misstrauen, das viele Redakteure dem Web 2.0 aufgrund mangelnder Glaubwürdigkeit entgegenbringen. Als Hauptursachen hierfür werden genannt: die Anonymität der Informanten, das Fehlen journalistischer Standards sowie unklare Relevanzstrukturen der gebotenen Informationen.
Dennoch: Rund 50 Prozent der Online-Journalisten veröffentlichen in ihren Publikationen Links auf Angebote von Herstellern und 60 Prozent erücksichtigen unabhängige Quellen.
Interaktive und multimediale Tools wie Social Media Releases erfahren keine hohe Akzeptanz. Die Befragten hielten im wesentlichen Web-2.0-Varianten, die die Pressemitteilung um Tags, Audio-, Bild- und Videofeeds erweitern, für verzichtbar. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Erkenntnissen von news aktuell. Auf die Frage nach der Wichtigkeit von Footage-Materialien beurteilten lediglich knapp 35 Prozent der Pressestellen den Einsatz von Videotechniken für PR als wichtig.
PR-Agenturen schätzen dies jedoch anders ein: Rund 50 Prozent befürworteten den Einsatz interaktiver Instrumente.
Ähnlich sieht es auch bei Video-Podcasts aus: PR-Agenturen votieren hier mit 45,4 Prozent und Pressestellen mit 36,1 Prozent. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass IP-TV keinen nennenswerten Stellenwert bei den wichtigsten Video-Techniken einnimmt.
Fazit: Für Vibrio leiten sich aus den gewonnenen Erkenntnissen ganz klare Zukunftstrends ab. Den Wünschen und Anregungen der Mehrzahl der Journalisten muss Rechnung getragen werden. Dazu gehört vor allem, dass Journalisten neben den Möglichkeiten von Web 2.0 eine wachsende Bedeutung von persönlichen Eins-zu-Eins-Kontakten erwarten. Weiter wird nach Meinung der Journalisten die Bedeutung von komplett gelieferten PR-Artikeln und Anwenderberichten deutlich steigen. Und so glauben sie: Pressekonferenzen und andere Events werden zukünftig eine untergeordnete Rolle spielen.
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1 Kommentar to 'Welche Bedeutung haben Web-2.0-Tools für Journalisten?'
15. August 2008
Eine vernünftige Quellenangabe mit Verlinkung der Studie wäre gut.
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