Virtuelle Freunde ohne Fähigkeit zur Empathie? Wie der digitale Fortschritt die Menschen verändert
Auf dem 4. Neuromarketing Kongress sind unlängst spannende Fragen diskutiert worden – und zwar stand im Fokus des Interesse einiger Forscher die Frage, inwieweit der digitale Fortschritt Veränderungen des Gehirns und unseres Verhaltens herbeiführt. Hirnforscher und Professor für Neurobiologie Martin Korte jedenfalls ist überzeugt, dass dauerhafter intensiver Internetkonsum jene Bereiche im Gehirn beeinflusst, die für Problemlösung, Emotionskontrolle und auch die Konzentrationsfähigkeit zuständig sind.
Hier sieht er deutliche Einbußen; auch die sprachliche Kompetenz leidet seiner Ansicht nach unter dem „digitalen Dauerfeuer“. Bei Menschen, die das Internet sehr stark nutzen, könne sogar eine der wichtigsten Fähigkeiten des Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, die Empathie nämlich als Vermögen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
Weniger pessimistisch gestimmt ist ein anderer Experte, Professor Peter Kruse. Er sieht auch in sozialen Netzwerken Raum für Empathie und erwartet sogar, dass diese Fähigkeit zukünftig dort ebenfalls eine Kernkompetenz darstellen werde. Nur wer sich in andere Menschen hineinzuversetzen in der Lage ist, könne in sozialen Netzwerken dauerhaft erfolgreich agieren.
Der digitale Fortschritt ist nicht aufzuhalten, und sicherlich will das auch niemand ernsthaft. Aber wir werden wachsam sein müssen im Hinblick auf die Veränderungen, die die digitalen Medien beim Menschen bewirken. So schnell der digitale Fortschritt auch voranschreitet – den sorgfältigen Umgang mit den neuen Möglichkeiten werden wir uns erst nach und nach mühsam aneignen müssen.
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