PR-Agentur Blog

Unternehmens-Reputation: Achtung, versteckte PR-Fallen

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Das dachte sich offensichtlich der britische Ölkonzern BP. Denn das 2010 durch die Ölkatastrophe an der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ in harte Kritik geratene Unternehmen British Petrol muss eine neue PR-Misere verkraften: Der Laptop eines Mitarbeiters ging verloren – leider mitsamt den Datensätzen von rund 13.000 Klägern der durch Profitgier und lückenhaftem Risikomanagement verschuldeten Ölkatastrophe, so berichtete jüngst persoenlich.com. Wie reagiert man aus PR-Sicht in solch einer Situation?

Diese Datenaffäre trägt nicht gerade dazu bei, dass sich die Unternehmensreputation von BP in nächster Zukunft verbessern wird. In der Vergangenheit trugen unterschiedlichste Faux-pas von BP zum Imageverlust bei.

Auch der jetzige Schaden ist immens: Auf dem abhanden gekommenen Gerät sind sowohl Namen, Adressen und Telefonnummern als auch Sozialversicherungsnummer der Kläger gespeichert. Wie reagierte BP auf diese Panne? Betroffene seien per Brief verständigt worden und es gäbe keine Hinweise auf Datenmissbrauch, erklärte ein Sprecher. Trotz umfangreichen Imagekampagnen verlor BP bereits 70 Milliarden Dollar Marktwert.

In Unternehmen müssen sich Abteilungen für Unternehmenskommunikation auf zahlreiche Stolpersteine einstellen, die das Image der Firma negativ beeinflussen oder gar nachhaltig schädigen können. Im Fall von BP lag der Fehler möglicherweise in einer Kombination aus IT-Mängeln (die Informationen auf dem Laptop waren nicht zusätzlich verschlüsselt) und Fahrlässigkeit bei einzelnen Mitarbeitern.

Krisen-Kommunikation: Auf Fehler vorbereitet sein

Sicher können Fehler passieren – davor ist kein Mensch gefeit. Doch man sollte darauf vorbereitet sein, DASS sie geschehen können. Und oft lauern Reputationsfallen wie am Beispiel von BP auch dort, wo man sie nicht unbedingt erwartet. In nahezu jeder Abteilung eines Unternehmens gibt es Potenzial für PR-Fallen: Die Personabteilung hat ein unglückliches Händchen bei der Information eines Mitarbeiters über seine Kündigung, das Lager schickt eine ganze Lastwagenlieferung falsch an Kunden heraus oder die IT versäumt, den Server so zu sichern, dass Kundendaten nicht verloren gehen können. Oder der Bier-Brauer hat bei der Abfüllung in die Schläuche von alkoholfreiem und Weizenbier vertuscht und die vollen Flaschen ohne Absicht in den Handel gegeben.

Ein offizielles Statement gibt aber meist der Pressesprecher bzw. der Geschäftsführer, der von der Kommunikationsabteilung gebrieft ist.

Ist nun ein solcher Krisenfall eingetreten, muss man schnell reagieren und hier ist wichtig, wie das geschieht. Presse- und Öffentlichkeitsabteilungen sollten – wenn es keine eigene Abteilung für Krisen-PR gibt – ein Schubladenpapier entwickeln, die potentielle Fallstricke im Workflow der Firma und in der Beziehung zu ihren Kunden definieren. Für jeden möglichen Fallstrick sollte ein „Wie und mit welchen Botschaften reagieren?“ im Vorfeld skizziert werden.

Reputation ist eine Managementaufgabe

Je nach Situation muss nach Eintreten eines Krisenfalles natürlich kritisch, aber schnell geprüft werden, ob und welche Botschaften tatsächlich zu kommunizieren sind und in welcher Tonalität. Auch aus solchen Gründen ist PR eine strategische, also eine Management-Aufgabe und PR-Abteilungen müssen eng mit Geschäftsleitung und Marketing zusammenarbeiten, damit die der Einfluss auf die Gestaltung der eigenen Unternehmensreputation nicht entgleitet.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Doch wer weiß, wo gehobelt wird, der kann die Späne wegräumen, bevor jemand darauf ausrutscht.

Fazit: Kennen Sie die Punkte, an denen in Ihrem Unternehmen etwas schiefgehen kann und seien Sie vorbereitet.

Ihren XING-Kontakten zeigen
hat diesen Beitrag am Donnerstag, 14. April 2011, in der Kategorie Wissenswertes, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , , abgelegt
* * * * ½ 10 Stimmen

Beiträge mit ähnlichen Themen:

Newsletter für PR-Interessierte

Fanden Sie diesen Beitrag interessant? Dann
abonnieren Sie jetzt unseren Online-PR Newsletter
und erhalten Sie künftig einmal monatlich unsere
besten Tipps, Tricks und Fachartikel frei Haus.
Unser Dankeschön: Die "10 Gebote der Online-PR"
exklusiv für unsere Abonnenten zusammengestellt.






*Ihre Daten werden vertraulich behandelt. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich.

1 Kommentar to 'Unternehmens-Reputation: Achtung, versteckte PR-Fallen'

Gabriele
7. Juni 2012

In Bezug auf bestimmte Themen ist ein gewisses Issues Mangement unabdingbar. Das selebe meine ich jedoch auch in Bezug auf Corporate Publishing und ähnliche strategische Maßnahmen, um das Unternehmensimage zu stärken und gewisse Schäden zu vermeiden.

Hinterlasse einen Kommentar