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Unternehmen und Marken in der Facebook-Falle

Social Media sind auch bei Unternehmen der Hype schlechthin. Laut einer aktuellen Umfrage des PR-Netzwerkes Eurocom Worldwide planen 38 Prozent, ihre Social-Media-Budgets in diesem Jahr zu erhöhen. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben rangiert Facebook, wo 51 Prozent der Unternehmen inzwischen präsent sind. Dass man hier auch böse Überraschungen erleben kann, zeigen gleich mehrere aktuelle Fälle.

So hatte der Spülmittelhersteller Pril die Web-Community unlängst dazu aufgerufen, ein alternatives Flaschendesign zu entwerfen. Das Gewinnerdesign soll als „Special Edition“ in den Handel kommen. Doch der Schuss ging gehörig nach hinten los: Derzeit belegt eine braune Spülmittelflasche mit der Aufschrift „Schmeckt lecker nach Hähnchen“ den ersten Platz bei diesem Wettbewerb.

Das eigenwillige Design stammt vom Werbetexter Peter Breuer, der es via Twitter rasend schnell bekannt gemacht hat: „Votet für mich bei Pril. Das wäre mir sooo wichtig.“ „Das Hähnchen selbst war ein Spaß: Ich hatte mich darüber geärgert, das Stempeln von Blümchen zur Crowdsourcing-Aktion zu erheben. Bewusst habe ich deshalb den miserabel funktionierenden Stift als einziges Werkzeug mit hohem Freiheitsgrad gewählt“, schreibt Breuer in einem Facebook-Post.

Schön sind auch die Kreationen auf den Plätzen zwei und drei: Auf dem einen prangt ein Würstchen mit dem Titel „Hermanns Grillsaison!“, auf dem anderen ein groteskes Gesicht mit gelber Nase, Sonnenbrille und übergroßem Mund.

Anderes Beispiel für ein sicherlich nicht gewünschtes Ergebnis einer Mitmach-Aktion ist der Modelcontest des Versandhauses Otto um das neue „Otto-Gesicht“ im vergangenen Jahr. An die Spitze geschafft es dabei der „Brigitte“ – ein BWL-Student, der sich mit Perücke, Lidschatten und Federboa auf einem Sofa räkelt.

Weniger spaßig war das, was Motorola und Kitkat widerfahren ist. Motorola wollte bei seinen Facebook- Fans eigentlich nur in Erfahrung bringen, welche weiteren Apps sie sich wünschten, und musste sich daraufhin massive Kritik an Produktkonfigurationen und der Unternehmenspolitik anhören.

Kitkat wiederum ist einer Greenpeace-Kampagne zum Opfer gefallen: Nachdem die selbsternannten Naturschützer den Vorwurf erhoben hatten, zur Schokoriegelherstellung würde Palmöl verwendet und dadurch der Lebensraum des Orang-Utans bedroht, wurde die Facebook-Fanseite von Kitkat mit wüsten Beschimpfungen und blutigen Bildern geradezu geflutet.

Die Aufführung dieser Beispiele zeigt, dass man sich bei der Nutzung von Facebook und anderen Social Media – bei allen Chancen, die sie eröffnen – stets der Unvorhersehbarkeiten und teils auch Gefahren bewusst sein sollte, die diesen Netzwerken innewohnen. Fingerspitzengefühl und Besonnenheit sind dann gefragt. Immerhin hat man auch mit den Negativ-Beispielen (oder gerade mit diesen!) erreicht, dass über einen gesprochen wird – und das wollte man doch…

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hat diesen Beitrag am Dienstag, 10. Mai 2011, in der Kategorie Wissenswertes, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , , abgelegt
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