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Total Recap: ConventionCamp 2012

Keynote von Julian Assange zur Eröffnung des ConventionCamp 2012

Offizielle Recap des ConventionCamp 2012

Mit unserem Wagnis, den WikiLeaks-Aktivisten Julian Assange als Eröffnungssprecher einzuladen, sind wir ConventionCamp-Macher ein hohes Risiko eingegangen. Klappt die Skype-Verbindung? Dürfen wir die Keynote streamen? Können wir uns die erforderliche Bandbreite leisten? Ein echtes Abenteuer, das zum Coup für das ConventionCamp wurde – das Interesse war riesig. Assanges Keynote war inhaltlich düster und wurde nicht nur von Sascha Pallenberg, dem Kopf hinter mobilgeeks, kontrovers diskutiert. Die mehr als 1.600 Besucher haben einen Assange erlebt, der seine Mission unbeirrt fortführt: Geheimdienste zu brandmarken.

Unsere anderen Sessions waren deutlich fröhlicher: Mit Engagement und Tatendrang wurde die Betakultur als neuer Weg in die Arbeits- und Firmenwelt beleuchtet. Wie man neue Wege zu Innovationen einschlägt war unser Top-Thema und die Besucher erfuhren es direkt aus der Praxis. Auch das Themenfeld SmartLife wie alle anderen Hauptthemen standen unter dem Stern praktischer Anwendung und dem Gebot, direkt Neues auszuprobieren. Mitgestalten und Einmischen statt Zuhören könnte das Motto des ConventionCamp zukünftig heißen.

Assange las dem Publikum aus dem Vorwort zu seinem neuen Buch vor. Dystopie oder Utopie? Die Staaten seien dazu übergegangen, das gesamte Netz zu bespitzeln, weil das günstiger sei, als sich einzelne Personen rauszusuchen. Interessant wurde das Interview mit Richard Gutjahr: Aus Assanges Sicht ist das Netz die größte Einrichtung, um uns alle staatlich zu überwachen, Facebook verglich er mit der Stasi. Sein Heilmittel ist die Verschlüsselung und globale Aufklärung aller Menschen über Chancen und Risiken des Web.

Als unser Moderator Richard Gutjahr Assange befragte wurde es interessant.

Da ist unser CCH12-Projekt 50.000 Pixel genau das Richtige in Sachen Aufklärung. Denn dort geht es um die Schwächsten in einem ohnehin armen Land: Kids of Africa hilft einem ugandischen Dorf für Waisenkinder – auch mit Schuleinrichtungen. Und wir können alle mitmachen und helfen. Denn es geht auch darum, neue Stimmen in den globalen Diskurs um das Web zu holen. Wir Macher des ConventionCamp werden auch an dieser Stelle konkret die Zukunft gestalten und am Thema bleiben.

Unsere Opening-Session war trotz der hier eingeschobenen Keynote von Julian Assange wie gewohnt schnell, bunt und munter. Nach dem Barcamp-Prinzip präsentierten Teilnehmer ihre Session-Vorschläge. Manche schienen interessant, fanden aber wenig Anklang. Andere waren nicht ganz klar erläutert und hatten deshalb wenige Chancen. Wie erwartet, gab es auch klare Favoriten des Publikums: Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmenserfolg oder Augmented Reality in der freien Wildbahn. Besonders aktuell die Session zu den AGBs der vielgenutzten Dienste im Web. Eine Session über Tipps zu gutem Schreiben hatte viele interessierte Teilnehmer, die nun ihre Blogs mit gutem Schreibhandwerk befüllen.

Spannend waren die Vorträge und Diskussionen zum Innovationsmanagement rund um Open Innovation. Ein praktisches Beispiel waren die App-Ideen der Studententeams aus Hannover und Braunschweig. Auf der Basis einer eigens für das Projekt eingerichteten, offenen Software-Schnittstelle für das Volkswagen Car-Sharing-Angebot Quicar hatten die Studenten neue Apps ersonnen, von denen die besten auf dem ConventionCamp prämiert wurden. Eine der Gewinner-Applikationen untersucht und analysiert während der Fahrt die Fahrweise des Fahrers.

„SocialTV“ und Second Screen sind Themen, die sich seit einem Jahr langsam warmlaufen. Aus Hannover vom Institut für Journalistik und Kommunikation gibt es nun eine Studie zum Thema, die die beiden Studienautoren Buschow und Schneider in der gleichnamigen Session vorstellten: Gut 50 Prozent aller Deutschen zwischen 14 und 49 Jahren (Helmut Thomas berühmter RTL-Zielgruppe) surfen mindestens gelegentlich während des Fernsehkonsums. Der Konsument entwickelt sich langsam von der Sofakartoffel zum Community-TV-Junkie. Interessant wird, ob es weiterhin beim Second Screen bleibt oder ob sich Apps im SmartTV, AppleTV oder GoogleTV durchsetzen, bei denen ein Teil des Bildschirms für Webinhalte wie Facebook und Twitter ausgeblendet wird.

Von Facebook direkt ins wahre ConventionCamp-Leben: Was ist die Zukunft der digitalen Arbeitsorganisation? Beim gleichnamigen World-Café unter der Leitung von Björn Negelmann steckten die Teilnehmer die Köpfe zusammen. Viele Inhalte, die vorher in einer offenen Facebook-Gruppe zum Thema diskutiert wurden, erhielten hier ihren letzten Schliff und auch ganz neue Perspektiven.

Wie man sich selbst zur Marke macht, erklärten Ibrahim Evsan mit seinem Vortrag namens Social Trademarks und Sascha Pallenberg, der extra aus Taiwan anreiste, zu seinem gewohnt launigen Vortrag über erfolgreiches Bloggen. Seitenhiebe in Richtung fast aller deutschen Webexperten und Assange sowie Ehrerbietungen zu seinen amerikanischen Bloggerkollegen waren auch dabei.

Beta-Kultur ist ein chaotischer Weg, um mit unübersichtlichen Aufgaben und komplexen Situationen umzugehen. Das Ziel liegt darin, gemeinsam mit vielen anderen ohne große Filterfunktionen alles Denkbare zuzulassen und dann durch Probieren Muster zu finden, die Lösungen enthalten sollten. Pedro Pineda vom MakerLab aus Berlin hat dazu über den ganzen Konferenztag verteilt Mitstreiter und Wege gefunden, Problemen mit gemeinsam vor Ort entwickelten Lösungsansätzen zu begegnen.

Innovationen überall: Eine Rundbühne hat im Convention Center noch niemand aufgebaut.

Der methodische Weg zu Innovationen ist das Designthinking. Der Vortrag von Prof. Weinberg war sehr gut besucht und der Beifall anhaltend. Er erklärte, wie in Stanford und Potsdam am HPI und der d.school multidisziplinär komplexe Probleme lösbar werden. Mithilfe der Schritte understand, observe, define point of view, ideate, prototype, test lösen die Forscher konkrete Aufgaben: Wie löst man das Problem günstiger Inkubatoren für Frühchen in afrikanischen Krankenhäusern?

Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Jan-Erik Baars, einem Design-Dozenten von der Hochschule Luzern. Er zeigte, ähnlich wie sein Kollege Prof. Weinberg, dass sich noch viele Prozesse unseres industrialisierten Lebens einem Design unterziehen müssten, damit die (Arbeits-)Welt menschenfreundlicher wird.

Zwischendurch wurden mit dem LCD-Flipper über zwei große Monitore des Heise Zeitschriften Verlags Erinnerungen an Jugendzeiten wach. Manche Besucher zeigten erstaunliche Fähigkeiten. Da schlummert noch Potenzial. So hat man die c’t noch nicht erlebt: Ein Magazin zum Anfassen.

Aus Sicht des Mittelstandes war das Thema Industrie 4.0 ein Highlight. Es ging nicht allein um Mass Customization wie die selbst designten Sneaker bei Adidas, sondern wirklich um den ganzen Prozess und wie er die Produktion verändert, Transparenz der Herstellung und die Veränderungen, die Fabrikarbeiter bereits erleben und zukünftig noch lernen müssen.

Ein Stockwerk höher treffen diese Neuerungen immer mehr die Arbeit des Managements. Niels Pflaeging kümmerte sich in seinem unkonventionellen Vortrag um den Anspruch der neuen Arbeitswelt und die verkrusteten Theorien der Managementlehre.

Die Session mit dem Live-SEO-Audit zeigte vor Publikum, was Experten wie Niels Dahnke, Saša Ebach und Olaf Kopp nur mit einem kurzen Blick auf eine Website an Optimierungspotenzial erkennen und wie man aus der Hüfte originelle Ideen entwickelt, um das Thema Backlink-Aufbau gut umzusetzen.

In der Closing-Session haben wir dann erstes Feedback und Ergebnisse zusammengetragen. Die Aktion Kids of Africa hat die ersten 5.611 Euro erreicht. Aber es geht weiter. Wir werden gemeinsam mit Kids of Africa helfen, die Schule in Uganda zu bauen.

Die Veranstalter: Andy Lenz (t3n), Ulf-Hendrik Schrader (Aufgesang Agenturgruppe), Anja Floetenmeyer (Aufgesang Public Relations), Diana Braase (neuwaerts), Anja Rabe (neuwaerts), Frank Sonder (foresee) und Ingo Stoll (neuwaerts)

Eine Teilnehmerin, die bereits das fünfte Mal da war bescheinigte uns, „dass es jedes Jahr spannender, interessanter, schöner wird“ und „dass es auffallend sei, hier neben den üblichen Verdächtigen immer wieder auch ganz neuen Menschen zu begegnen”. Jemand anders wünschte sich „Assange nächstes Mal bitte erst nach dem Lunch“ – zum Frühstück sei dies doch einigermaßen schwere Kost gewesen. Unsere längste Session war der Workshop Radical Game zum Thema Point of Sale der Zukunft mit insgesamt vier Stunden.

Auf Twitter haben wir gestern in Deutschland mit dem #cch12 die Trending Topics beherrscht. Allein gestern wurden gut 3.855 Tweets zum Thema getwittert. Insgesamt waren es 4.483 Tweets von 1.374 Unique Twitterern. Großer Dank gilt allen Sponsoren, ohne die das tolle Essen, die riesige Location mit Top-Ausstattung und viele Sprecher nicht möglich gewesen wären.

Zuviel verpasst?
Videos zum Nach-Gucken findet Ihr hier:
http://www.conventioncamp.de/programm/videos

Das ist die offizielle Social Media Monitoring-Infografik:
http://buzzrank.de/2012/11/buzzrank-report-zum-conventioncamp-2012-cch12/

 

 

Weitere Recaps sammeln wir. Postet bitte Eure URLs in den Kommentaren.

http://t3n.de/news/conventioncamp-2012-54-sessions-429222/

http://ratze.eu/conventioncamp-2012-cch12/

 

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hat diesen Beitrag am Mittwoch, 28. November 2012, in der Kategorie PR-Agentur intern veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , abgelegt
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2 Kommentare to 'Total Recap: ConventionCamp 2012'

Marco Janck
28. November 2012
Bastian
28. November 2012

Ich muss dem CCH dieses Jahr die Note 3 geben. Warum steht in meinem Recap:

http://bastiansbeitrag.de/recap-convention-camp-hannover-2012-cch12/

Nach eurem Recap scheine ich wohl wirklich einfach etwas Pech mit den Sessions gehabt zu haben :/.

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