Studie: PR im direkten Vergleich besser als Werbung
Öffentlichkeitsarbeit ist in vielen Fällen wirksamer als klassische Anzeigenwerbung. Das ergab die aktuelle Studie “Werbung und PR im Leistungstest” von Lothar Rolke, Professor an der Fachhochschule Mainz, und Marei Dost, Hamburger Marketingberaterin.
Wichtige Kaufentscheidungen wie der Erwerb eines Autos, die Auswahl von Kosmetikprodukten oder die Anschaffung elektronischer Geräte, denen der Kunde eine starke Aufmerksamkeit widmet, werden gemäß der Untersuchung durch gezielte PR stark beeinflusst. Bei Produkten hingegen, für die sich der Käufer weniger interessiert, ist der Einsatz von Werbung effektiver.
Weitere Ergebnisse des Vergleichs von Werbung und PR: Öffentlichkeitsarbeit hat vor allem dann die Nase vorn, wenn Wissen vermittelt, eine Situation oder ein Sachverhalt glaubwürdig dargestellt und die Überzeugungskraft von Argumenten gefragt ist. Auch die Kostenersparnis spricht für sich: Öffentlichkeitsarbeit ist bis zu zehn Mal günstiger als das klassische Werben für Produkte. Für den Einsatz im Internet eigne sich PR ebenfalls besser, da das Konzept des WWW eher dialogisch aufgebaut ist und daher mit der Funktionsweise der Öffentlichkeitsarbeit harmoniert. Ein Trostpflaster für die Werbebranche: Im Gegensatz zur PR lässt sich Werbung umfassend steuern – und bleibt deswegen auch in Zukunft unverzichtbar.
Die Studie ist für 350 Euro bei Amazon versandkostenfrei erhältlich.
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4 Kommentare to 'Studie: PR im direkten Vergleich besser als Werbung'
19. Juli 2010
Liebe Frau Müller,
vielen Dank für die Bekanntmachung der Studie, die sich hoffentlich rasch unter Deutschlands Marketingverantwortlichen rumsprechen wird.
Allerdings möchte ich Widerspruch gegen den scheinbaren Antagonismus von klassischer Werbung und PR einlegen. Denn meiner Erfahrung nach spielen beide Werkzeuge, gerade im Bereich von Investitionsgütern wie Autos oder Fernseher, zusammen und ergänzen sich hervorragend. Denn wo Werbung Emotionen weckt und Assoziationen hervorruft, unterfüttert PR diese mit Informationen, die den ersten, affektgesteuerten Kaufimpuls aufgreifen und in eine rational sinnvolle Kaufentscheidung überführen.
Deshalb geht hier nicht um entweder oder, sondern viel mehr um die Frage, wann was sinnvoll ist.
Herzliche Grüße
Moritz Micalef
19. Juli 2010
Sehr geehrter Herr Micalef, wir freuen uns, dass unser Beitrag Ihr Interesse geweckt hat. Ein Antagonismus zwischen den Feldern Werbung und PR wird in der Studie auch nicht dargestellt. Es geht vielmehr um die Wechselwirkung dieser Disziplinen untereinander, die je nach Produktgruppe anders gewichtet sein kann. Herzliche Grüße Rebekka Müller
6. August 2010
Hallo Rebekka,
ich möchte mich der Meinung von Moritz trotzdem anschließen. Allerdings denke ich auch, dass der Vergleich bewusst provokativ war und seine Wirkung voll erfüllt hat.
Beste Grüße – Udo Pasch
14. September 2010
Es ist wohl wahr, dass man weder auf klassische Werbung, noch auf PR verzichten kann. Es ist jedoch feststellbar, dass Öffentlichkeitsarbeit eine besonere Bindung zum Verbraucher aufbauen kann, unter anderem durch face-to-face. Die Werbung dagegen steht für sich und verlangt keinen Dialog.
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