Studie: Große Mehrheit ist nicht Teil der digitalen Gesellschaft
Viel ist gemeinhin von der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft die Rede, von der Verlagerung der Informationsschwerpunkte und des wirtschaftlichen Handelns ins Internet, von der Bedeutung des Internets auch für Willensbildung und -äußerung. Dies ist sicherlich richtig für einen nicht geringen Bevölkerungsanteil, doch leider nicht auf alle Bevölkerungsgruppen – und nicht einmal auf die Mehrheit – zutreffend. Ergeben hat dies unlängst die Studie “Die digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich” der Initiative D21, für die TNS Infratest 1.014 Personen deutschlandweit befragt hat.
Die Studie definiert sechs Nutzertypen und vergleicht ihr Verhalten. Demnach gehören 35 Prozent der Befragten zu den “digitalen Außenseitern” und 30 Prozent zu den “Gelegenheitsnutzern” – das bedeutet, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland entweder gar nicht oder nur bedingt an einer digitalen Gesellschaft teilhat. Nur für 26 Prozent der Bevölkerung sind die digitalen Medien fester Bestandteil des täglichen Lebens. Diese digitale Spaltung zieht sich nicht mehr ausschließlich entlang einer Ausstattungsgrenze, sondern definiert sich im Hinblick auf Kompetenz, Wissen, Nutzungsvielfalt und -intensität sowie die Einstellung gegenüber den digitalen Medien.
So verfügt überhaupt nur ein Viertel der durchschnittlich 62,4 Jahre alten “digitalen Außenseiter” bei der digitalen Infrastruktur über eine Basisausstattung (Computer und Drucker), und nur ein Fünftel von ihnen ist in der Lage, sich im Internet zurechtzufinden. Die “Gelegenheitsnutzer” mit einem Altersdurchschnitt von 41,9 Jahren nehmen zumindest teilweise am Geschehen in der digitalen Gesellschaft teil. 98 Prozent besitzen einen PC oder ein Notebook und verbringen Zeit mit Computer und Internet – vor allem für private Zwecke. Obwohl er die Vorteile des Internets klar erkennt, bevorzugt dieser Typus trotzdem eher klassische Medien.
In verschiedenen Abstufungen mehr oder weniger gut integriert in die digitale Gesellschaft sind lediglich die “Berufsnutzer” (9 Prozent), die “Trendnutzer” (11 Prozent), die “digitalen Profis” (12 Prozent) und die “digitale Avantgarde” (3 Prozent). In der Praxis sind die Ergebnisse der Studie bedeutsam im Hinblick auf die Frage, wen Marketingmaßnahmen im Internet überhaupt erreichen und wie Online-Marketing und cross-mediale Werbekampagnen aufgebaut sein müssen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Die Studie steht kostenlos zum Download zur Verfügung.
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