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Start-up Amen: Leute lieben Listen

Im Sommer letzten Jahres startete das gehypte Berliner Start-up Amen. Wer sich auf der Meinungsplattform anmeldet, kann zu jedem Thema seine persönliche Ansicht kundtun. Das Besondere: Die Nutzer bewerten alles nur mit dem Besten („Amen“) oder mit dem Schlechtesten („Hell no!“).

Marken, Musiker, Mode, Politik und vieles mehr – Nutzer beurteilen alles gnadenlos in einem Satz. „Chocolate is the Best Ice Cream Flavor Ever“ oder „Tschüssikowski is the Worst German Expression for Goodbye Ever”. Graustufen sind nicht erlaubt. Hier heißt es, die Karten auf den Tisch legen und Stellung beziehen.

Wer jetzt an eine weitere Variante von Twitter, Facebook und Co. denkt, liegt falsch. Durch das gegenseitige Befürworten und Widerlegen entstehen auf unterhaltsame Weise Listen, die ansonsten nur durch aufwendige Marktforschung möglich wären, so der Wunsch der Gründer. Beispielsweise schreibt ein User: „Samsung Galaxy Tab is the best Tablet ever“. Ein anderer favorisiert dagegen das Asus Eee Tablet. Je mehr Mitglieder sich beteiligen, umso genauer werden die Listen. Amen steht somit für eine neue Generation der Empfehlungsplattformen.

Eine neue Hoffnung

Die Meinungsplattform gilt als großer Hoffnungsträger in Sachen Start-ups aus deutschen Landen. Die Chancen stehen gut, denn die Gründer kennen sich bestens aus in der Tech-Szene. Florian Weber programmierte bei Twitter. Felix Petersen gründete den Geolocation-Dienst Plazes, den er 2008 an Nokia verkaufte. Caitlin Winner wiederum war beim amerikanischen Start-up Plum beschäftigt. Namhafte Venture-Capital-Unternehmen wie Index Ventures investieren in Amen. Weitere Anteile halten neben den Gründern auch Etsy-Europa-Chef Matthew Stinchcomb sowie die Soundcloud-Gründer Wahlfoss und Ljung. Tech-Investor Ashton Kutcher mit seiner Firma A-Grade Investments verlieh dem Projekt einen weiteren medienwirksamen Promifaktor.

Mit-Gründerin Winner war es, die den Namen für die Plattform wählte. Bei dem Brainstorming zur Namensgebung für das Projekt fiel ihr ein kitschiges Hello-Kitty-Kunstwerk aus New York ein. Von „Hell“ kam sie gedanklich auf „Amen“, und so wurde es eine beschlossene Sache.

So funktioniert Amen

Das Follower-Prinzip von Twitter wurde adaptiert: Nutzer können die Status-Meldungen anderer abonnieren. Mit der Facebook-Anmeldung werden Facebook-Freunde, die den Dienst bereits nutzen, automatisch als Follower registriert.

Indem Mitglieder auf „Amen“ oder „Hell no!“ klicken, können sie den Aussagen der Community zustimmen oder sie ablehnen. Zusätzlich lässt sich das „ Hell no!“ auch mit einem kurzen Kommentar begründen.


Fazit

Amen verbindet Menschen durchs Streiten und ganz nebenbei erhält man wertvolle Erkenntnisse über die Meinungen zu aktuellen Themen – eine geniale Idee. Die Bedienung ist intuitiv und Spaß macht die Plattform auch. Für mobile Meinungsmacher gibt es zunächst eine iPhone-App.

Leider sieht es bei den Userzahlen noch nicht so rosig aus. Ein weiteres Ärgernis: Viele Nonsense-Posts wie „If I get 500 Amen for this Statement, I Will Go And Get an Amen App.Tattoo is the Best Amen Ever”.

Das Sortiersystem ist daher noch weit von repräsentativ entfernt. Auch sollte die starre Eingabemaske etwas gelockert werden. Hat man einen „Best-ever“-Eintrag gepostet, kann man auf Amen oder Hell Nos! von Mitgliedern nicht reagieren. Gerade die Interaktion kann den einen oder anderen User dazu bringen, sein positives oder negatives Statement zu überdenken.

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hat diesen Beitrag am Freitag, 6. Januar 2012, in der Kategorie Tipps aus der Agenturpraxis, Wissenswertes, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , abgelegt
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