Soziale Netzwerke – ganz nah an der Zielgruppe
Der Umgang mit Social Media ist derzeit eines der Trendthemen in der Kommunikation. Soziale Netzwerke bilden dabei einen wichtigen Bestandteil und sind zentrale Anlaufstelle der Web 2.0-Community. Doch welchen Nutzen haben sie für Unternehmen? Und wie gelingt der Balanceakt zwischen Selbstdarstellung und Dialog? Mehr dazu in diesem Beitrag.
Von den Unternehmen wird gerade viel verlangt: Die vielfältigen Möglichkeiten, die das Web 2.0 mit sich bringt sollen möglichst effektiv aber dennoch mit einer Menge Fingerspitzengefühl für die eigenen Ziele genutzt werden. Dadurch stehen plötzlich nicht mehr nur die altgedienten Multiplikatoren, wie Journalisten, im Mittelpunkt der Bemühungen, sondern der (potenzielle) Kunde unmittelbar selbst. Entsprechend anders lauten die Regeln dieser neuen Art der Kommunikation: Dialog statt Einseitigkeit, Authentizität statt Werbebotschaften, dazu fehlende Kontrolle über den Kommunikationsprozess. Kein Wunder, das viele Unternehmen misstrauisch sind und sich vielleicht gar nicht an diese neue Form der Zielgruppenansprache heran wagen.
Über kurz oder lang wird ihnen jedoch nichts anderes übrig bleiben. Denn bei allen kontroversen Diskussionen und allem Ringen um den “richtigen” Weg bei der Nutzung von Social Media, sind sich die Experten zumindest in einem Punkt einig: Kommunikation, Kaufentscheidungen und Imagebildung werden zukünftig immer stärker innerhalb des Web 2.0 stattfinden. Jedes Unternehmen, das sich hier nicht engagiert, verschenkt großes Potenzial.
Soziale Netzwerke – hier trifft sich die Web 2.0-Community
Die Mitgliederzahlen der großen Sozialen Netzwerke sind beeindruckend. Bei XING sind es aktuell über sieben Millionen, in den VZ-Portalen vernetzen sich fast sechs Millionen und bei den internationalen Konkurrenten Facebook und LinkedIn sind 220 Millionen, bzw. über 40 Millionen Mitglieder registriert. Sie knüpfen dort Kontakte, tauschen sich aus, engagieren sich in speziellen Gruppen oder Treffen sich auch ganz real auf eigenen Veranstaltungen. Hier nicht sichtbar zu sein wäre ungefähr so, als würden Sie auf dem alljährlichen Stadtfest keinen der sehr günstigen oder sogar kostenlosen Stände nutzen, um sich und Ihr Unternehmen vorzustellen, mit den Kunden und Interessenten ins Gespräch zu kommen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen.
Geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht
Je nachdem, welche Zielgruppe Sie ansprechen wollen, ist es daher sinnvoll, in den entsprechenden Social Networks sowohl ein Profil Ihrer Firma als auch ein oder mehrere persönliche Profile anzulegen. Wenn Sie sich als Geschäftsführer präsentieren, bekommt Ihr Unternehmen ein Gesicht. Und auch der Service-Mitarbeiter, den viele Kunden vielleicht schon einmal am Telefon hatten, oder die Pressesprecherin sind mit Foto, persönlichen Vorlieben und direkter Kontaktmöglichkeit plötzlich nicht mehr nur ein Name oder eine Stimme. Unterschätzen Sie diesen Effekt nicht.
Der nächste Schritt ist das Knüpfen von Kontakten. Suchen Sie nach Geschäftspartnern, Geschäftsfreunden, Mitarbeitern, Kunden. Jede Aktion, die Sie zukünftig tätigen – ob es eine Terminankündigung, das Beitreten zu einer Gruppe oder die Suche nach einem neuen Mitarbeiter ist – wird von nun an für alle Ihre Kontakte direkt sichtbar. Alleine schon damit bleiben Sie präsent und werden transparenter. Und Sie erschließen sich ganz nebenbei noch eine große Gruppe potenzieller Kunden. Denn: Jeder Ihrer Kontakte hat wiederum eigene Kontakte. Sind diese auf der Suche nach einem Dienstleister oder Produkt kann es nicht schaden, wenn sie Ihren Namen schon einmal in einer anderen Kontaktliste gelesen haben.
Dialog und Mehrwert
Auch die überall vorhandenen Gruppen und Foren sollten Sie sich genauer ansehen. Hier finden sich Menschen zusammen, um sich über spezielle Themen auszutauschen. Vielleicht beschäftigt man sich bereits mit Ihren Produkten – auf jeden Fall wird es Themen geben, zu denen Sie etwas beitragen können. Und wenn nicht, gründen Sie einfach selbst die passende Gruppe oder eröffnen Sie einen entsprechenden Threat in einem der Foren. Wie auch immer: Bringen Sie sich ein. Und zwar nicht mit platten Werbebotschaften. Geben Sie wertvolle Tipps, glänzen Sie mit Fachwissen, schaffen Sie einen Mehrwert für den Leser. Interesse und positives Image erlangen Sie so ganz nebenbei. Und Sie erfahren, welche Bedürfnisse und Wünsche Ihre potenziellen Kunden haben – ein wertvolles Wissen, das Sie in geschäftlichen Erfolg umsetzen können.
Seien Sie aber auch darauf gefasst, dass es kritische Stimmen geben wird. Bei der Vielzahl an Mitgliedern wird in nahezu jeder Community jemand zu finden sein, der schon einmal schlechte Erfahrungen mit Ihrem Unternehmen gemacht hat, der nicht zufrieden mit den Produkten war oder der Ihnen gegenüber einfach negativ eingestellt ist. Hier ist das oberste Gebot Ruhe zu bewahren und sich möglichst konstruktiv mit der Kritik auseinander zu setzen. Erläutern Sie sachlich Ihre Argumente, stellen Sie eine Lösung in Aussicht oder bedanken Sie sich für den hilfreichen Hinweis und kündigen die baldige Umsetzung der Vorschläge an.
Das richtige Maß
Über die allgemein bekannten und auf Ihrer Unternehmenswebsite abrufbaren Informationen kann und sollte Ihr Profil schon hinausgehen. Zuviel Privates ist jedoch unangebracht, wenn es ums Geschäft geht. Dass Sie in Ihrer Freizeit gerne Krimis lesen und Golf spielen, macht Sie nahbar und sympathisch. Fotos der letzten Familienfeier sind jedoch in der Regel fehl am Platze. Gleiches gilt für Ihre Teilnahme in Gruppen oder Foren. Seien Sie sich immer darüber im Klaren, dass Sie ein Unternehmensimage transportieren. Entsprechend sollten alle Informationen, die Sie veröffentlichen, darauf weitestgehend abgestimmt sein.
Gerade wenn mehrere Mitarbeiter Ihres Unternehmens in den Sozialen Netzwerken aktiv sind, ist eine Kontrolle schwierig. Es bietet sich an, vorab Leitlinien zu erstellen, um grobe Fehler zu vermeiden. Viele größere Unternehmen verfügen bereits über solche so genannten Social Media Policies. Hilfestellung dabei sowie Mitarbeiterschulungen und Workshops kann Ihre betreuende PR-Agentur leisten.
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2 Kommentare to 'Soziale Netzwerke – ganz nah an der Zielgruppe'
10. November 2009
Vielen Dank für diese Social-Media-Lanze. Dennoch tun sich bei der Umsetzung von Social-Media-Konzepten viele Unternehmen recht schwer. Eine im September 2009 durchgeführte Umfrage unter den 30 Dax-Konzernen zeigt nämlich, dass die Mehrzahl von ihnen noch immer nicht so recht weiß, wie sie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen soll.
Die meisten sind zwar auf den bekannten Plattformen vertreten – von einer wirklich strategischen Nutzung könne aber noch lange keine Rede sein.
Wo kommt diese abwartende Haltung her? Ist es ein deutsches Phänomen?
11. November 2009
Ich denke, es herrscht einfach viel Unsicherheit in der Kommunikation via Social Media und deren Relevanz ist vielen noch nicht klar. Ob das ein deutsches Phänomen ist, kann ich nicht beurteilen.
Aber es gibt auch positive Beispiele. Eines stellt der Kollege Mirko Lange von talkabout aktuell in seinem Blog vor (http://blog.talkabout.de/2009/11/08/potenzial-zum-positiven-social-media-benchmark-noa-bank-dekliniert-social-media-fast-perfekt-durch/#more-788).
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