Social Media und die Air Force
Die Air Force geht ganz offen mit dem Thema Social Media um. Bloggen, Facebooken und Twittern ist für US-Airmen ausdrücklich erwünscht. Soldaten sollen sich über Blogs informieren, über Wikis lernen und ganz bewusst die Öffentlichkeit miteinbeziehen.
Air Force baut Social-Media-Präsenzen aus
Wenn die Air Force nicht selbst ihre Geschichte erzählt, dann tut es jemand anderes, so der progressive Ansatz der amerikanischen Luftstreitkräfte. Seit 2008 baut die Air Force ihre Social-Media-Präsenzen aus. Angefangen mit einem eigenen Blog – U.S. Air Force Live – über Videos im YouTube-Kanal, Fotos auf Flickr, Austausch mit Soldaten sowie Interessierten auf Facebook und Micro-Messaging via Twitter: Die Air Force passt sich an die Verschiebung der Medienwelt Richtung Internet an. Zusätzlich steigern die amerikanischen Teilstreitkräfte der US-Army ihre Reichweite, indem sie Beiträge über RSS-Feeds, Friendfeed und Delicious streuen. Damit erreichen sie nicht nur interessierte Medien sondern auch zukünftige Rekruten. Da wird die multimediale Recruiting-Site fast zur Nebensache.
Ratgeber zum Umgang mit neuen Medien für US-Airmen
Damit sich die Soldaten sicher auf dem „Informationsschlachtfeld“ bewegen, brachte die Air Force Public Affairs den Guide „Social Media and the Air Force“ heraus. Auf 27 Seiten im öffentlichen Gratis-Download gibt die Air Force einen umfassenden Überblick über Social Media und die Pflicht eines jeden US-Airmen, Interessierte über die Mission in der Luft und im Weltall über das Internet aufzuklären.
Nach einer kurzen Einführung und Definition des Begriffs Web 2.0 beschreibt der Ratgeber die Vorteile und den Einfluss, die Blogs, Wikipedia und YouTube auf die heutige Arbeit von Journalisten nehmen. Neben Studien zur Internetnutzung und Trends im Einsatz neuer Medien betrachten die Autoren die Wirkung von Massen- und Internetmedien auf die öffentliche Meinung nach militärischen Gesichtspunkten.
Leicht verständlich und kurzweilig werden die populärsten Social-Media-Websites und -Projekte der Air Force erklärt. Aktuelle Erhebungen aus dem Jahr 2008 verdeutlichen dem Leser zudem, welche Social-Media-Kanäle von US-Airmen genutzt werden und wo weiteres Potenzial liegt.
Im Kapitel „Top Public Blogging Sites“ werden die Top 10 Blogs aufgelistet, die Soldaten auf ihrer Blogroll haben und welche Militärblogs sie regelmäßig lesen sollten – darunter Adressen wie A Soldier’s Perspective oder Some Soldier’s Mum.
Beispiele für einen erfolgreichen Social-Media-Einsatz
In „Examples in Action“ geben die Autoren des Social Media Guides hilfreiche Best Practise Beispiele. Von Soldaten-Fotos und -Geschichten, die es von Delicious und LinkedIn nach CNN’s iReport und anschließend zur Topstory des Tages auf CNN schafften über erfolgreiche YouTube-Videos, die im Discovery Channel ausgestrahlt wurden, veranschaulichen die Autoren wie Soldaten mit dem gezielten Einsatz von Social Media positiv Massenmedien beinflussen können.
Stay in Line
In Zeiten, in denen Internetplattformen wie WikiLeaks die Welt mit Enthüllungen in nur einem Wimpernschlag erschüttern können, kommt beim kritischen Leser schnell die Frage auf, wie sich die proaktive Kommunikationspolitik der Air Force mit der Geheimhaltung sensibler Informationen und Operationen verträgt. Auch das ist ein zentrales Thema des Social-Media-Guides: Richtlinien legen das Verhalten der US-Airmen genau fest. So wird nicht nur ausdrücklich erklärt, wie ein US-Airman bloggen sollte, sondern übergeordnet regeln „Zehn Gebote“ den Umgang mit sozialen Netzwerken.
Fazit:
„Social Media and the Air Force” zeigt Soldaten der US-Luftstreitkräften auf, wie Social Media genutzt werden kann, um über die tägliche Arbeit und die Mission der Air Force zu berichten. Mit diesem Ratgeber geht die Air Force in die Offensive. Durch die Motivation ihrer Soldaten, selbst aktiv zu werden, kämpfen sie präventiv gegen Vorurteile und Gerüchte an, die – wie im Ratgeber zitiert – „mehr Einfluss nehmen können als Fakten und mehr als einhundert Panzer“. Die Facebook-Fanseite der Air Force hat über 318.000 Fans und mehr als 13.000 Follower folgen auf Twitter.
Die deutsche Luftwaffe zeigt sich dagegen von einer weniger Social-Media-freundlichen Seite. Eigene soziale Netzwerke werden zurzeit nicht betrieben. Die deutschen Luftstreitkräfte sind an die Social-Media-Präsenzen der Bundeswehr angeschlossen und da besticht nun wirklich nur der vorbildliche YouTube-Kanal mit über einer Million Kanalaufrufe. Immerhin: Auf Flickr hostet unser Heer seit Januar 2010 aktuelles Bildmaterial.
Vielleicht wäre eine Social-Media-Strategie auch eine lohnenswerte Investition für beide, die Bundeswehr und die Teilstreitkräfte der deutschen Luftwaffe. Was denken Sie?
Eine Gesamtübersicht über die Social-Media-Aktivitäten der Air Force ist nachzulesen unter All Air Force Social Media.
|
| Tweet |
Beiträge mit ähnlichen Themen:

















Noch keine Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar