Rezension: Die Pressekonferenz
Totgeglaubte leben länger: Die Pressekonferenz (PK) ist eines der bekanntesten und ältesten Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit, doch gleichzeitig gilt sie auch als sehr umstritten. Es gibt zunehmend Kritiker, die die altbewährte Maßnahme ablehnen. Journalisten und Pressestellen hätten keine Zeit, um solche Termine wahrzunehmen, die Erfolge seien gemessen am Aufwand zu gering und neue Kommunikationswege würden die PK unnötig machen, so lauten ihre Hauptargumente. Dass dieses PR-Instrument nicht an Aktualität verloren hat, zeigt Martina K. Schneiders auf 171 Seiten in ihrem Buch „Die Pressekonferenz“.
Damit eine PK zum Erfolg wird, bedarf es einer guten Vorbereitung. Die wichtigsten Gründe, wieso eine PK misslingt, sind vielseitig und reichen vom geringen Informationsgehalt über ein falsches Timing bis hin zu einer zu hohen Erwartungshaltung.
Die Autorin hat in ihrem kurzweiligen Buch in vier Kapiteln die wichtigsten Fakten rund um das Thema PK zusammengefasst. Leicht verständlich und mit vielen Beispielen aus der Praxis nähert sie sich zunächst dem Kernproblem: Themen für eine Pressekonferenz. Oftmals lohnt es sich einfach nicht, zu einem Pressegespräch im großen Rahmen einzuladen. Ist der Informationsgehalt einer Meldung zu gering und gibt es nichts Ansprechendes zu präsentieren, reicht die Pressemitteilung aus.
Zum besseren Verständnis von medienrelevanten Themen erläutert Schneiders in Exkursen die Begriffe „Öffentliches Interesse“ und „Öffentlichkeit“. Zudem gibt sie Einblicke in den Redaktionsalltag. In den Kapiteln „Planung“ und „Durchführung“ skizziert die Autorin einen genauen Projektablauf inklusive Beispiele für eine strukturierte Projektbetreuung einer PK von Anfang an. Vom Ablaufplan über eine zielgruppengerechte Verteilererstellung bis hin zu Moderation und Catering lässt sie keinen wichtigen Baustein unreflektiert.
Nach der PK ist vor der PK
Nach einer PK lohnt sich der prüfende Blick auf das Ergebnis. Die Erwartungen sind hoch und der Arbeitsaufwand ist für viele Pressestellen ein Kraftakt. Im Abschnitt Erfolgskontrolle geht die Autorin, die seit vielen Jahren als Dozentin mit Schwerpunkt in der Ausbildung und Weiterbildung von Pressestellenmitarbeitern tätig ist, auf die Medienresonanzanalyse als Instrument der Evaluation ein. Schneiders wiegt die Vorteile eines Online- und Printpressespiegels ab und sensibilisiert den Leser auch auf die Form und Länge der Berichterstattung. Außerdem macht sich die Autorin für das Feedbackgespräch mit Teilnehmern im Nachgang stark und vermittelt dem Leser eindrucksvoll, dass die Manöverkritik zu einer guten PK einfach dazugehört.
PR-Schaffende und alle Interessierten werden sich zudem über die übersichtlichen Checklisten zur Planung und Durchführung von Pressekonferenzen freuen.
Das Buch ist für 29,95 Euro versandkostenfrei bei Amazon oder im stationären Buchhandel erhältlich. „Die Pressekonferenz“ ist bei UVK erschienen.
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3 Kommentare to 'Rezension: Die Pressekonferenz'
7. Juni 2012
In der Praxis ist die Qualität der Pressekonferenzen sehr durchwachsen, ein Handbuch scheint mir da ganz hilfreich. Aber Vorsicht: Die Medien sind im Umbruch und die Gewissheiten von heute können morgen schon von “gestern” sein.
13. Juni 2012
Um eine erfolgreiche Pressekonferenz zu gestalten, müssen viele Faktoren bedacht werden: Zeitpunkt, Räumlichkeit, Thema, Einladung. Gern würde ich daher ein Handbuch besitzen um die Klippen zu umschiffen und Pressekonferenzen mit In- und Output für alle Beteiligten zu erreichen.
15. Juni 2012
Um eine Pressekonferenz erfolgreich zu gestalten und durchzuführen, müssen viele Dinge berücksichtigt werden. Die wichtigsten Punkte sind Ort, Räumlichkeiten und Zeit. Journalisten und Redaktionsleiter haben in der Regel wenig Zeit. Also muss der Ort schnell erreichbar sein, die Zeit möglichst ein paar Stunden vor der Schlussredaktion liegen. In den Räumlichkeiten sollte es möglich sein, kleine Snacks sowie Kaffee und Kuchen zu servieren. Bin gespannt auf das Handbuch!
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