Pressearbeit in der Saure-Gurken-Zeit
Was kann Pressearbeit im Sommer bewirken? Glaubt man manchen Verantwortlichen in Unternehmen und Agenturen, gibt es im Juli und August vor allem saure PR-Gurken zu ernten: In den Bundesländern laufen gestaffelt die Schulferien, und statt sich für den heimischen (Medien-)Konsum zu erwärmen, zieht es die Familien in den sonnigen Süden. Ist Pressearbeit im Sommer also für die Katz?
Ja und nein. Wie so häufig kommt es auf den Einzelfall an. Wer eine extrem spannende News hat, der sollte diese tatsächlich nicht in der vermeintlichen PR-Nebensaison verschleudern. Allerdings sind viele News - seien wir ehrlich - eher mittelprächtig: Es sind Nachrichten und Informationen, die ein Medium nicht bringen muss, aber unter bestimmten Voraussetzungen durchaus bringen kann. Zum Beispiel dann, wenn die Redaktion nicht weiß, was sie gerade schreiben soll, wenn sie unter Themennot leidet. Also in der Saure-Gurken-Zeit.
Von diesem Phänomen sind die verschiedenen Mediengattungen in unterschiedlichem Maße betroffen: Ein monatlich erscheinendes Magazin kann und muss lange im Voraus planen und überspielt diese Nachrichtendürre ziemlich locker. Vor allem Tageszeitungen (aber auch Wochenzeitungen) ringen aber im Hochsommer um jedes Thema, um jede halbwegs verwertbare Nachricht. Wer also für unsere Tageszeitungen etwas zu berichten hat, hat im Sommer besonders große Chancen. Und letztlich ist es besser, im Sommer mit zehn Veröffentlichungen diejenigen 65 Prozent zu erreichen, die gerade zu Hause urlauben, als im Restjahr mit derselben News mit zwei Veröffentlichungen 90 Prozent zu erwischen.
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