PR-Agentur Blog

PR mit Studien und Umfragen

Studien sind ein hervorragendes PR-Instrument, denn sie bieten einen aktuellen Anlass für Berichterstattung. Hat eine Studie interessante News zu bieten, ist sie Journalisten eine Nachricht wert. Wir setzen Studien häufig für Kunden ein, aus deren Unternehmen keine eigentlichen Themen berichtet werden können. Wer Inhalte zu bieten hat, kann diese sehr gut in einem Whitepaper zusammenfassen. Wer sich als Experte zu einem Thema postionieren will, ohne interessantes Fachwissen zusammenstellen zu können, greift zur Studie.


Da Redaktionen heutzutage häufig unterbesetzt sind, kommen Studien als Textfutter gelegen. Studien sind in allen Bereichen machbar. Manche Ideen sind gut, andere weniger. So veröffentlicht Pleon eine Studie zu den Erwartungshaltungen der Gesellschaft an die Wirtschaft; eine Reisewebseite ermittelt, dass Engländer Deutsche sexy finden und ein Verlag hat eine Studie zum Thema "Musik und Gefühl" aufgelegt…

Unserer Erfahrung nach, ist es bei Boulevardthemen von Vorteil, wenn die Nachricht unterhaltsam ist: “Für die Liebe würden Singles Gemüse essen”, textete ich für die Singlebörse bildkontakte.de. Die Nachricht wurde zum Renner . Als zum Jahreswechsel das Rauchverbot in allen Bundesländern griff, befragten wir die Singles erneut. Das Ergebnis wurde in vielen Redaktionen zur “Zahl der Woche” ("Für die Liebe würden 79 Prozent der Singles ihre Sucht aufgeben") und streute den Namen der Kontaktbörse in zahlreiche Medien.

Für Kunden, die keine 1,5 Millionen Mitglieder selbst befragen können, geben wir repräsentative Studien in Auftrag. Je nach Anbieter sind einfache Befragungspanels schon ab rund 2000 Euro machbar.

Wichtig ist eine signifikante Zahl der Befragten. Wenn wir 1,5 Millionen Singles befragen oder 3000 Mitglieder unsere Umfrage beantwortet haben, kann auch eine nicht repräsentative Studie überzeugen. Umfrageergebnisse mit Panelgrößen von wenigen Hundert Befragten sind nur relevant, wenn die Zielpersonen gut ausgewählt wurden. Es ist eben ein Unterschied, ob 250 Top-Manager befragt wurden oder eine Stichprobe mit 200 KFZ-Mechatronikern ein bestimmtes Ergebnis zeigt.

Grundsätzlich überlegen wir ein Themenspektrum und mögliche Fragestellungen anhand dessen, was Redakteure und Publikum interessieren wird. Marktforschung nach dem Motto “Die Wissenschaft hat festgestellt…” lockt keine Redaktion hinter dem Ofen hervor.

PR mit Umfragen funktioniert entweder mit besonders interessanten Fragestellungen und Ergebnissen oder mit simplen Wahrheiten und Vorurteilen. Sehr erfolgreich war beispielsweise:

“Laut einer Umfrage des Onlineshops Koffer24.de brauchen Frauen im Durchschnitt 66 Prozent mehr Zeit für das Zusammenstellen des Gepäcks und immerhin 26 Prozent länger für das eigentliche Kofferpacken” – veröffentlicht zur besten Reisezeit.

Für sehr viel Aufmerksamkeit sorgte unsere “Single-Befragung: Körpergeruch ist schlimmster Liebeskiller – Glatze, Körbchengröße und Falten sind kein Thema”, die von Berliner Morgenpost bis Mens Health berichtet wurde.

Mancher mag über diesen kreativen Ansatz solcher Umfrageergebnisse schmunzeln – aber wir haben mit Studien für unsere Kunden schon erhebliche Medienpräsenz erreichen können. Der Anzeigenäquivalenzwert* liegt tatsächlich bei mehreren Millionen Euro.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Studien oder mit Umfragen? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!


*Der Anzeigenäquivalenzwert bezeichnet die Kosten, die bei Schaltung von Anzeigen bzw. Werbespots in der Größe, Platzierung, Farbigkeit usw. des erschienenen Beitrags in dem jeweiligen Medium entstanden wären.

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hat diesen Beitrag am Mittwoch, 18. März 2009, in der Kategorie Tipps aus der Agenturpraxis veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , , abgelegt
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3 Kommentare to 'PR mit Studien und Umfragen'

Peter G. Conzen
2. April 2009

Liebe Frau Flötenmeyer, mit Verlaub – aber der von Ihnen angeführte Äquivalenzwert ist nun eine der nichtssagendsten Kenngrößen die es auf “Gottes PR-Erdboden” gibt. Leider geistet dieser Nullwert immer noch durch die Medien und wird zur Akquisition eingesetzt.
In London würden wir sagen “Kill it”

Herzlichen Gruß
PGC

Monika Birkner
2. April 2009

Danke für diesen instruktiven Beitrag. Ich habe in meinem Blog sofort darüber berichtet. Da ich nicht weiß, ob der Trackback funktioniert, hier der Beleg:
http://blog.monika-birkner.de/2009/tipps-fuer-die-pr-mit-studien-und-umfragen/

Anja Floetenmeyer
6. April 2009

Hallo Herr Conzen, selbstverständlich bieten wir auch die gesamte Klaviatur der Auswertung unserer Pressearbeit an, wie beispielsweise eine Medienresonanzanalyse nach quantitativen und inhaltsanalytischen Kriterien, Umfeld, Reichweite, Tendenz etc.

Aber Hand aufs Herz: Für kleine und mittlere Unternehmen ist eine solch umfangreiche Auswertung oft überdimensioniert. Der Anzeigenäquivalenzwert soll natürlich nicht als Alternative gelten, er stellt aber immerhin eine Richtgröße dar. Als Basisangebot ist er als Service in unserer Medienbeobachtung stets enthalten.

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