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PR mit Gänsehautfaktor

Ein Pizzabote, der gegen Zombies kämpfen muss, das mysteriöse Verschwinden der eigenen Facebook-Freunde aus einem Schweizer Kurhotel oder ein hübsches Mädchen, das ahnungslose Chatroulette-Nutzer schockt – der User ist in diesem Sommer gefordert. Die aktuellen viralen “Horror” -Kampagnen beziehen ihn aktiv mit ein. Dafür nehmen sich Agenturen und Kunden gern Social Communites als Spielwiese, denn darüber läuft die virtuelle Mundpropaganda am besten. 


Es beginnt wie ein harmloser Video-Chat auf Chatroulette. Ein hübsches, natürliches Mädchen erscheint auf dem Bildschirm. Sie lächelt unschuldig in die Webcam und öffnet gleichzeitig die ersten Knöpfe ihres Oberteils. Doch dann streicht sie sich durch die Haare, dreht die Augen nach oben, dunkelblaue Adern ziehen sich plötzlich durch ihr Gesicht: Es scheint als fahre ein Dämon in das Mädchen. Die Produktionsfirma Lionsgate bewies sich als kreativ, um ihren Film “The Last Exorcsim”, der am 27 August in den USA anläuft, zu bewerben. Die virale Kampagne jagt unbedarften Chattern einen gehörigen Schrecken ein. Ein Promovideo im Youtube-Kanal zum Gruselstreifen zeigt die Reaktionen der Chatter: Das Bild ist zweigeteilt – links sieht man die ahnungslosen Opfer und rechts die Teenager-Schönheit. Nichts für schwache Nerven: Das Mädchen jagt allen einen gehörigen Schrecken ein. Der Spaßfaktor beim Schauen des Videos ist hoch. Sicherlich wird sich der Clip sich schnell im Netz verbreiten. Fraglich ist nur, ob Lionsgate da nicht etwas zu weit geht. Chatroulette verbindet zwei zufällig ausgewählte Nutzer in einem “One-on-One”-Gespräch. Wer von den meist jugendlichen Chatfreudigen, die diese Plattform besuchen, rechnet schon mit so einem Shocker? Und wer möchte vielleicht unwissentlich zum unfreiwilligen Hauptdarsteller einer viralen Werbekampagne werden? Nichtsdestotrotz ist die Idee, User auf eine so ungewöhnliche Weise zu überraschen gut umgesetzt.

Expertentipps zur Teufelsaustreibung auf Website

Aufmerksamkeit um den Film”The Last Exorcism” gab es schon etwas früher. Vor ein paar Wochen ging die Website Church of Saint Marks an den Start, die über das, in den USA durchaus sehr ernst genommene, Thema Exorzismus informiert. Interessant: Reverend Cotton Marcus, der sich auf der Seite als Experte im Dämonen austreiben darstellt, ist die Hauptperson des Blockbusters.

Jede Menge Zombies und eine Pizza

Über eine Million Klicks in drei Wochen konnte Hell’s Pizza aus Neuseeland für ihren interaktiven Youtube-Film "Deliver me to hell”  verzeichnen. In dem Streifen muss sich der Pizza-Lieferant Steve blutrünstigen Zombies auf seinem Weg quer durch die Stadt stellen. Das Besondere: Der User selbst entscheidet an den wichtigsten Stellen, wie Steve an den Untoten vorbei kommt, ohne sein eigenes Leben zu lassen. Am Ziel winkt einem glücklichen Teilnehmer eine Jahresration Pizza frei Haus, dafür müssen sich Nutzer mit Namen und E-Mail registrieren. Eine erfolgreiche Adressgenerierung ist auf diese Weise garantiert. Seit 1996 beliefert der höllische Belegboden-Bringservice ganz Neuseeland. Die Pizzen tragen vielversprechende Namen wie Sinister (finster), Cursed (verflucht) oder Mischief (Verderben), denn Hell’s  hat seine Geschäftsidee ganz im Zeichen des Teufels ausgerichtet. Die Kampagne ist daher auf die Zielgruppe des Pizzadienstes perfekt abgestimmt und macht Lust auf einen Horrorfilm- und Pizzaabend.

Vom User zum Regisseur

Gruselig geht es auch bei Swisscom TV zu. Die individualisierbare “Lost in Val Sinestra”-Kampagne macht einen selbst und via Facebook bis zu neun Freunde zu Hauptdarstellern eines Horrorfilm-Trailers. Als Anrufer auf dem Mobiltelefon oder in den Fernseh-Nachrichten – das Profilbild und private Fotoalben fließen in die Handlung mit ein. Namentliche Erwähnung finden Freunde sogar auf einer Mailboxansage. Das Ziel der Kampagne ist es, den hauseigenen Video-On-Demand-Bereich zu pushen. Die Macher haben das Video hochwertig umgesetzt und die technische Einbindung der Elemente professionell gelöst. Die virale Weitergabe unter Freunden für den drei-minütigen Trailer wird da fast zur Selbstverständlichkeit. Zusätzlich zur Microsite gibt es eine eigene Facebook-Seite, die auf die Applikation hinweist.

Die spukigen, interaktiven Kampagnen machen Lust auf mehr. Wäre das nicht eine interessante PR-Idee für den Herbst? Am 31. Oktober ist Halloween, nicht vergessen.

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hat diesen Beitrag am Dienstag, 24. August 2010, in der Kategorie PR-Ideen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , , , , , , , , , , , abgelegt
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