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PR-Kampf der Giganten: Facebook vs. Google

Facebook soll die renommierte PR-Agentur Burson-Marsteller beauftragt haben, Blogger und Zeitungen gezielt mit falschen Informationen über Konkurrent Google zu versorgen. Ganz offensichtlich mir dem Ziel, das Image des größten Konkurrenten zu beschmutzen und im Vergleich die Gunst auf sich zu ziehen. Ob positiv fürs eigene Unternehmen oder gegen Wettbewerber hetzend –  verdeckte PR widerspricht nicht nur den Branchen-Codizes, sondern vielmehr rückt sie den Ruf der gesamten Branche ins trübe Licht der Unseriosität.

Wie das Newsweek-Blog „The Daily Beast“ mitteilte, heuerte „jemand“ die Agentur Burson-Marsteller für eine unschöne „Rufmord“-Kampage an. BM sollte sich darum kümmern, dass Blogger und Medien bestimmte Informationen erhielten und nach Möglichkeit veröffentlichten. Darin ging es um den Social Circle von Google und den angeblich sehr laxen Umgang Googles mit der User-Privatsphäre.

Pech für Facebook: Blogger ließ sich nicht bestechen

Doch der Plan ging gehörig schief. Warum? Einem Blogger wurde das „unmoralische Angebot“ gemacht, einen von BM vorformulierten Beitrag zu veröffentlichen, der soviel Potenzial besitzen sollte, um sämtlichen großen US-Medien zitiert zu werden. Ein Traum für viele Blogger. Doch dieser Blogger ließ sich – wohl wie die meisten – nicht kaufen und lehnte ab. Und erzählte der Redaktion von „USA Today“ davon. Die nun losrollende PR-Welle der Empörung können Sie sich vorstellen…

Es wurde bereits an so vielen Stellen über diesen Krieg der Giganten geschrieben, dass wir den Vorgang nicht weiter erläutern wollen. Das Magazin t3n erläutert die Hintergründe des vermeintlichen Auftraggebers Facebook, die mittlerweile auch von einem Sprecher des Sozialen Netzwerks bestätigt wurde. Unter anderem sei der Grund, dass man bei Facebook verärgert sei über den Versuch Googles, Facebook-Daten für das eigene Social Network auszuspähen. TechCrunch-Chef Michael Arrington findet die Kampagne „nicht nur anstößig, unehrlich und feige, sondern auch sehr, sehr dumm.“

Der Ruf der PR-Agentur in Gefahr

Doch was sagt der Dienstleister, die sehr renommierte, traditionsreiche, große Agentur Burson-Marsteller, zu den Vorwürfen unlauteren Wettbewerbs? Zumindest Burson-Marsteller Deutschland dementierte: „Wir haben damit nichts zu tun!“, die Agentur in Deutschland betreue Facebook nicht.  Bei Spiegel Online wurde der Artikel vom 12. Mai zum „PR-Desaster“ Facebooks schon über 6.000 Male empfohlen. SpOn nennt es den „perfekten Sturm“, der vor allem auch die PR-Branche sehr belastet.

“Peinlich für Facebook”, urteilt Dan Lyons, “aber noch viel peinlicher für Burson-Marsteller”, ein echtes Schwergewicht der PR-Branche. Noch mehr ist bei SpOn nachzulesen. Weltweit distanziert sich nun die PR-Branche lauthals von solch unlauteren, laut PR-Codizes „verbotenen“ Methoden. Manche sagen aber auch „Negativ-Campaigning“ sei „gängige Kommunikationspraxis“ (vgl. PR Professional).

Umfrage: Ist Negativ-Campaigning in Ordnung?

Aktuell fährt PR Professional eine Umfrage dazu, bei der Sie noch eine Stimme abgeben können: Was halten Sie von Negativ-Kampagnen gegen Wettbewerber im Netz?

Wir haben uns übrigens für Antwort 4 entschieden. Wie rund 37 Prozent der bisherigen Teilnehmer. Erschreckend: Negativ-Campaigning ist für vier Prozent „gängiges Kommunikationstool und vollkommen in Ordnung“.

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hat diesen Beitrag am Freitag, 20. Mai 2011, in der Kategorie Wissenswertes, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , , , , abgelegt
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