PR als Chefsache: Warum Felix Magath auch die Kommunikation übernimmt
Regelmäßig lesen wir über diverse Wechsel in den PR-Abteilungen dieses Landes, mehr oder weniger professionelle Kommunikatoren sprechen für mehr oder weniger bekannte Unternehmen. Der normale Gang der Karrieren. Auch beim 1. FC Schalke 04 hat sich in Sachen Führungswechsel in der Kommunikationsabteilung etwas getan – aber eher Ungewöhnliches.
Felix Magath, Meistermacher in Wolfsburg 2009 und seit Anfang der aktuellen Spielzeit Trainer und Manager des Gelsenkirchener Traditionsclubs, hat die
PR zur Chefsache erklärt und übernimmt bei seinem neuen Verein auch die Kommunikation mit Presse und Öffentlichkeit. Damit nicht genug – denn die Abteilung Marketing wird seitdem auch von Magath geleitet. Sind das die Symptome einer alles einverleibenden Persönlichkeit oder steht dahinter tatsächlich eine zielgerichtete Geschäftstaktik?
Was Felix Magath wirklich denkt, bleibt uns selbstredend verborgen. Doch Magath ist Geschäftsmann und hat immerhin einige Semester Wirtschaftswissenschaften studiert, bevor er 1960 seine Spielerkarriere in Aschaffenburg begann. Im Hinblick auf den Unternehmenserfolg ist es aber durchaus sinnvoll oder vielmehr unabdingbar, dass alle Kommunikationsprozesse so dicht wie möglich mit der Führungsebene abgestimmt werden.
Das Ziel hierbei sollte sein, in der Außendarstellung des Unternehmens, die durch PR und Marketing geprägt ist, ein mit den Unternehmenszielen und der Corporate Identity abgestimmtes Image aufzubauen oder zu wahren. Eine Banane zu sein, das Image eines Apfels anzustreben und sich dabei als Birne nach außen zu positionieren, funktioniert nun mal nicht.
PR als Managementaufgabe
Diese Schieflage lässt sich nur vermeiden, wenn kommunikative Aufgaben wie PR und auch Marketing als Managementaufgabe begriffen werden – und das hat Felix Magath verstanden. Warum es auch im Hinblick auf seine Kunden – oder bei Schalke die eigenen Fans – dringend empfohlen ist, die Unternehmenskommunikation von gehobener Stelle aus zu managen, zeigt sich beispielsweise am Beispiel des Countrymusikers Dave Carroll, der für einen dramatischen Imageeklat bei der US-Fluglinie United sorgte (siehe basicthinking.de). Schalke-Trainer Magath beugt einer solchen Blamage vor, indem er höchstpersönlich ein Auge darauf hat, wie sich der Verein nach außen präsentiert und mit welchen Inhalten an welche Zielgruppen herangetreten wird.
Genauso gefährlich wie ein völlig freies Laufenlassen der kommunikativen Aktivitäten eines Unternehmens ist natürlich auch eine zu starre Einschränkung der PR-Abteilung – zumal gut ausgebildete PR-Fachkräfte gegenüber dem Unternehmensvorstand auch beratende Funktion haben (dürfen) sollten. Und soviel Fachwissen vom Geschäft mit dem Ball Felix Magath auch hat – den einen oder anderen Rat sollte er sich von seinem PR-fachkundigen Mitarbeiterstab einholen, bevor kommunikative Entscheidungen getroffen werden.
Und auch wer keine ausgebildeten PR-Kollegen hat, bekommt in jedem Fall bei einer guten PR-Agentur Unterstützung in Fragen der strategischen Unternehmenskommunikation.
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