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Polizei Hannover (ver)sucht via Facebook

Grundsätzlich ist es natürlich eine gute Idee, dass sich auch Institutionen wie die hannoversche Polizeidirektion sozialer Netzwerke wie Facebook bedienen. Damit können sie (rein theoretisch) ihre Reichweite steigern, ihre spezifischen Kommunikationsziele erreichen und – im Fall der Polizei Hannover – alternative Wege zur Aufklärung von Gewaltverbrechen gehen. Leider hat die niedersächsische Behörde zu viel bei der Einrichtung des Profils falsch gemacht. Die erhoffte Wirkung kann so gar nicht eintreten. Es wird bei einem, offiziell auf sechs Monate angelegten, „Modellversuch“ bleiben, wenn die Polizei nicht zeitnah so einiges an dem neuen Facebookauftritt optimiert.

Die Polizeidirektion Hannover hatte am 17. Februar offiziell erklärt, sie würden für die Verbreitung ihrer Pressemitteilungen „jetzt auch die Kommunikationsplattform Facebook“ nutzen. “Wir erhoffen uns davon, mit unseren Themen noch mehr Menschen als bisher zu erreichen. Das gilt insbesondere für unsere öffentlichen Zeugenaufrufe”, erklärte Polizeipräsident Uwe Binias in der Mitteilung diesen Schritt.

Zahlreiche renommierte, reichweitenstarke Medien wie BILD, das Hamburger Abendblatt, der NDR oder die Süddeutsche übernahmen diese Information bereitwillig. Offenbar aber, ohne weiter nachzurecherchieren. Denn zu einer besseren Aufklärungsquote und einer breiteren Öffentlichkeit kann der Facebook-Auftritt der Polizei Hannover überhaupt nicht beitragen. Warum?

Die Polizei hat

  1. ein privates Nutzerprofil anstelle eines Unternehmensprofils angelegt,
  2. damit den Richtlinien von Facebook (sicher aufgrund Nichtwissens) zuwider gehandelt und
  3. die Facebook-Einstellungen zudem so gewählt, dass man dem Profil nicht via „like“ folgen kann – was einer Stärkung der Reichweite für Pressemitteilungen, Vermisstenmeldungen oder Zeugenaufrufe unmöglich macht.

Der Versuch, ein für die Polizeibehörde neues Kommunikations-Instrument in der Verbrechensbekämpfung einzusetzen, ist im aktuellen Stadium gründlich daneben gegangen. Um das erklärte Ziel zu erreichen, hätten sich die Projektverantwortlichen zuvor besser mit Facebook, seinen Richtlinien und Mechanismen auseinander setzen müssen.

Fazit:

Institutionen und Unternehmen, die nicht über ausreichendes Know-How und die erforderlichen Kapazitäten verfügen, sich in das doch recht komplexe Thema Facebook und Co einzuarbeiten, sollten sich professionelle Unterstützung holen – beispielsweise durch auf Online-Kommunikation spezialisierte Agenturen.

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hat diesen Beitrag am Dienstag, 22. Februar 2011, in der Kategorie Wissenswertes veröffentlicht und unter den Stichworten , , abgelegt
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1 Kommentar to 'Polizei Hannover (ver)sucht via Facebook'

Larissa Stöver
23. Februar 2011

Guter Artikel! Solltet ihr mal an die Polizeidirektion schicken, vielleicht ändert sich dann ja was..
lg

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