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Pinterest in PR und Öffentlichkeitsarbeit – Warum und Wie?

Profil von Nick McGlynn

Profil von Nick McGlynn

Pinterest erfreut sich aktuell zumindest in der weiblichen Netzgemeinde großer Beliebtheit. Laut Shareaholic war der Dienst im Januar für mehr Traffic verantwortlich als Youtube, Linkedin und Google+ zusammen. Aber auch Grafiker, Fotografen und visuell geprägte Menschen nutzen die Foto- und Video-Sharing-Community immer häufiger täglich, um Freunden und Bekannten die besten Fotos, Infografiken und vor allem Produkte näher zu bringen. Agenturen könnten über dieses Netzwerk einen Kommunikationsweg etablieren, der zunächst im Themenbereich Lifestyle sehr gut aufgehoben zu sein scheint, aber da ist noch deutlich mehr Potenzial drin.

Ein Blick auf die Möglichkeiten von Pinterest in Sachen PR und einige Beispiele sind sicher ein guter Einstieg für eigene Projekte in nächster Zukunft. Beginnen wir mit den Funktionen…

Wer angemeldet ist, muss sich zunächst Themenbereiche aussuchen, die aus privaten oder beruflichen Erwägungen Sinn ergeben. Man folgt also nicht nur Menschen sondern auch Themen. Dieser zweite Aspekt macht Pinterest so interessant für die Öffentlichkeitsarbeit.

In Form sogenannter Boards organisiert man die eigenen Pins, das sind eigene Fotos, Grafiken oder eben Videos. Bevor man sie postet, sollte man sich allerdings über die Tatsache im Klaren sein, dass man über die Rechte verfügen muss, um diese visuellen Notizen mit dem eigenen Pinterest-Profil zu publizieren. Dieses Publizieren heißt bei Pinterest Pinnen und ist meistens nichts Anderes als das Teilen von gefundenen Fotos und Grafiken. Das Ganze funktioniert recht einfach über ein Browser-Plugin oder per App fürs Smartphone. Jetzt kommt es nur noch darauf an, dass diese einfache Art und Weise, Inhalte zu teilen, auch hinsichtlich strategischer Kommunikationsziele genutzt wird.

Wie nutzen Firmen Pinterest zur Kommunikation?
Die erste Kommunikationskampagne, die über Pinterest erfolgreich lief, war sicherlich die Idee mit der Geschenkbox des amerikanischen Hygieneartikel-Herstellers Kotex. 50 Frauen erhielten Geschenkboxen, deren Inhalt individuell aus handgebastelten Ideen von ihren Inspiration-Boards bestand. Natürlich hatten alle Frauen Fotos dieser Pakete auf Pinterest gepostet. So wurde Kotex bekannte wie ein bunter Hund, der Firmennamne wurde gleichzeitig assoziiert mit der Überzeugung, dass man bei Kotex auf individuelle Bedürfnisse eingehe. Das Ergebnis waren laut einem Blogeintrag 2.284 Interaktionen sowie 694.853 Impressions. Keine schlechte Coverage für ein paar Stunden Basteln und 50 Pakete.

Und auch Pascal Landau berichtet in seinem Blog von enormen Zugriffszahlen durch Pinterest. Im SEO-News Blog geht Landau auf die beeindruckenden Wachstumszahlen der Foto-Community ein und erklärt, wie er 100.000 Besucher in einer Woche auf seine Seite lockte. Er pinnte einfach eine coole Anleitung, wie man die lästigen Kopfhörerkabel für Smartphone bzw. MP3-Player geschickt aufwickelt.
Praxis-Beispiele: Wie machen es die anderen?
HRS – Hotel Reservation Service hat ein dankbares Portfolio im Angebot: Orte, zu denen man reisen sollte, Hotels, die man besucht haben könnte und natürlich alle Arten von Aktionen, die Destinationen weltweit anbieten. In der Konsequenz hat HRS seine Boards auf diese Weise eingerichtet und macht über Pinterest visuell Appetit auf fremde Länder…

Zimpel – kaum zu glauben, aber der ehrwürdige Zimpel-Verlag, nützliche Hilfe beim Presseversand und der PR-Recherche, ist präsent auf Pinterest. Dort findet man Screenshots von Blogs, die die Mitarbeiter gern lesen, von Cover-Fotos von Fachbüchern und natürlich gute Infografiken. Man muss also nicht unbedingt im Bereich Lifestyle unterwegs sein, um Pinterest sinnvoll einzusetzen.

Audible – Das Hörbuchportal pinnt hauptsächlich Cover der Hörbücher und hat auf diese Weise eine visuelle Vermarktung im Netz gestaltet. Aber es menschelt auch bei Pinterest. Und so gibt es Fotos zum Thema Backstage, also was hinter den Kulissen geschieht, und Dinge, die Mitarbeiter spannend finden.

Aber auch Einzelpersonen können eine Menge aus Pinterest rausholen, wie Nick McGlynn beweist.
Fazit
Es gibt aktuell noch viele Schätze zu heben. Wer eigene Ideen schnell und unkompliziert umsetzen und verbreiten will, hat in Pinterest einen guten Partner. Der Lifestyle-Fokus, der aktuell auf die weibliche Nutzergruppe zurückzuführen ist, könnte bald schon einen weiteren Rahmen finden. In der Kampagne von Kotex finden Agenturen und Berater sicher eine Inspiration, was man an direkter dialogorientierter Kommunikation via Pinterest führen kann, um den Gedanken von Word-Of-Mouth zielgerecht und modern umzusetzen. Davon könnten und sollten sich gerade traditionelle Marketingdienstleister eine Scheibe abschneiden.

PR-Agenturen sind noch mehr in der Pflicht, die genau umschriebene Zielgruppe dort anzusprechen, wo sie sich bevorzugt aufhält. In der Zukunft wird Facebook viele solcher Konkurrenten in vielen Themenbereichen bekommen. Es gilt, die Augen offen zu halten. Denn auch der neue Shooting-Star ist noch nicht perfekt.

Wer jetzt übrigens denkt, dass der Instagram-Milliarden-Deal von Mark Zuckerberg eine Antwort auf den Erfolg von Pinterest sein könnte, der liegt sicher nicht gänzlich falsch. Denn Amazon und eBay haben schon Buttons in ihre Webseiten eingefügt, die das direkte Pinnen von Angebot ermöglichen. So ein potenziell erfolgreiches Netzwerk wird man sicher nicht nur aus Affiliate/Coupon-Erwägungen anbieten wollen.

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hat diesen Beitrag am Freitag, 13. April 2012, in der Kategorie PR-Ideen, Tipps aus der Agenturpraxis veröffentlicht und unter den Stichworten , , , abgelegt
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