Online-Reputation im Griff
In den “Zitaten der Woche” der aktuellen Zeit und der Hannoverschen Allgemeinen wurde der britische Außenminister David Miliband aufgeführt. Dummerweise sind die Blattmacher einer Fälschung aufgesessen. Hätte man sich nur drei Minuten Zeit für eine Recherche genommen, wäre aufgefallen, dass der Twitter-Account nicht echt war. Aus diesem Fall lässt sich lernen. Wir raten unseren Kunden dringend, die nötigsten Maßnahmen zu ergreifen, um online Ihren guten Namen zu schützen.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Sie als erstes ergreifen sollten.
Ist ein Gerücht erst einmal im Umlauf…
Angeblich hatte Miliband zum Tode Michael Jacksons in der Nacht zum Freitag gewittert: “Noch nie ist jemand so hoch geflogen und so tief gefallen”. Noch am Freitag gaben die englischen Medien und eine Nachrichtenagentur das vermeintliche Zitat wieder, nicht wenige druckten es. Obwohl noch im Laufe des Freitags vom guardian und sogar von der dpa darüber aufgeklärt wurde, dass es sich um eine Fälschung handele, gelangte der Fake noch Tage später ungeprüft in die Blätter. Er steht noch heute bei der Zeit online, bei der HAZ ebenfalls.
Anzeichen nicht ernst genommen
Dabei waren Milibands angebliche Twitterbeiträge lustig bis absurd: Er bezeichnet den Schatzkanzler Alistair Darling als “Eyebrows”, echauffiert sich über einen Times-Beitrag (“Did someone actually tell The Times that [page 23]?”) und verlinkte nicht auf sein Ministerium, sondern auf ein Blog. Zwei Journalismus-Studenten hatten den Account vor Monaten angelegt und sich den Politiker gezielt ausgesucht: “Gordon Brown wäre zu offensichtlich gewesen”, so einer der Übeltäter, “das hätte niemand geglaubt.”
So weit so unterhaltsam
Der Fake wird inzwischen auf der genannten Twitter-Seite aufgelöst. Die Erfahrung hat die Studenten “vom Journalismus enttäuscht”, aber sie sagen auch, dass diese ein Ergebnis überlasteter Redakteure ist. Unterbesetzte Redaktionen führten eben zu mangelhaften Fakten-Checks.
Dies wäre allerdings nicht passiert, wenn Miliband seine Online-Reputation im Griff gehabt hätte. Er hat die Mindestanforderungen ignoriert, die wir unseren Kunden raten.
Drei Minimalanforderungen für Online-Reputation-Management
1. Namen sichern. Legen Sie für Ihr Unternehmen und für Ihren Namen kostenlose Accounts auf den wichtigen web 2.0-Portalen an. Das kostet lediglich ein wenig Zeit und Mühe – nötigenfalls übernimmt Ihre Agentur das für Sie. Sie wissen nicht, auf welchen Seiten Sie Ihren Namen dringend anmelden sollten? Vergeben Sie diese Aufgabe auf Projektbasis an Online-Reputations-Profis.
2. Betreiben Sie Online-Monitoring. Googeln Sie sich selbst. Regelmäßig. Legen Sie Alerts an. Durchsuchen Sie das Netz; suchen Sie auf Twitter und sichten Sie Foren. Dazu haben Sie keine Zeit? Eine halbe Stunde professionelles Online-Monitoring pro Woche erzeugt geringen Aufwand, kann aber viel Schaden verhindern. Auch dieses kann bei Zeitmangel eine auf Online-PR spezialisierte Agentur erledigen.
3. Reagieren Sie stets sofort. Lassen sie Fake-Accounts aus dem Netz nehmen. Reagieren Sie auf unschöne Forenbeiträge, bevor sich ein Thread entspinnen kann. Kommentieren Sie in Konsumentenportalen und platzieren Sie nötigenfalls eine sachliche Richtigstellung. Vor allem: Überlassen Sie Diskussionen keinesfalls auch nur einen Tag lang sich selbst.
Das sind die mindesten Schritte. Wenn Sie mehr wollen, ist dies der nächste:
4. Gestalten Sie Ihre Online-Reputation aktiv. Legen Sie fest, wie Sie online wahrgenommen werden wollen. Gestalten Sie sich und Ihr Unternehmen wiedererkennbar und mit festen Botschaften. Für Ihre Produkte, Ihren Person und Ihr Unternehmen lässt sich damit gezielt ein markenähnlicher Online-Auftritt gestalten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wie wäre es mit dem Sommerloch? Online-Reputation-Management sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Der vorliegende Fall lehrt: Selbst Journalisten fallen auf Fakes herein – obwohl diese sogar darin ausgebildet sind, zunächst zu recherchieren ob das Gegenteil wahr ist und erst dann einer Story glauben schenken sollten.
Sichern Sie Ihre Online-Reputation, bevor Scherzbolde oder Konkurrenten in Ihrem Namen twittern, bloggen oder kommentieren. In wie vielen Portalen haben Sie Ihren Namen schon angemeldet?
Nachtrag: HAZ und Zeit haben aufgrund dieses Hinweises das falsche Miliband-Zitat aus Ihren Artikeln entfernt.
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2 Kommentare to 'Online-Reputation im Griff'
22. Juli 2009
Diese Frage stellen Kunden immer wieder. Online-PR ist zunächst einmal alles, was online stattfindet – also nicht in der Zeitung oder im Fernsehen. Aber ohne Online-PR hat man es in der Offline-Medienwelt heute schwerer als nötig. Denn zur Online-PR z
22. Juli 2009
Diese Frage stellen Kunden immer wieder. Online-PR ist zunächst einmal alles, was online stattfindet – also nicht in der Zeitung oder im Fernsehen. Aber ohne Online-PR hat man es in der Offline-Medienwelt heute schwerer als nötig. Denn zur Online-PR z
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