Online-PR auf dem Vormarsch – der “höhere Zweck” des Web 2.0
Die Klimaveränderung – beliebter Anlass zu heißen Diskussion all over the world. Auch auf dem Anfang November vom Buchverlag O’Reilly veranstalteten und vielleicht wichtigsten Branchentreffen der Online-Unternehmen, dem “Web 2.0 Summit 2008″ in San Francisco, gab die Erderwärmung einem prominenten Sprecher Anlass zur Ermahnung: Al Gore, Umweltschutzverfechter, Friedensnobelträger und US-Beinahepräsident, legte der Online-Industrie eindringlich nahe, ihre “unglaubliche Quelle der Macht” zu nutzen und den Kampf gegen den Klimawandel anzutreten. “Das meiste, was heute in Bezug auf Interaktivität auf Nutzerseite im Internet passiert, ist unnötiger Blödsinn” so Gore. “Das Web 2.0 braucht dringend einen höheren Zweck.”
Was intelligente und durchdachte Online-PR leisten kann, zeigt sich nicht zuletzt am aktuellsten Beispiel der US-Politik: dem Wahlkampf Barack Obamas. Über den Erfolg seiner umfassenden Kommunikationsstrategie und den extrem wirksamen Schneeballeffekt seiner Internet-Kampagne haben wir ja schon berichtet. "Der Sieg von Barck Obama ist auch ein Sieg des Web 2.0", schreibt Olaf Kolbrück im Horizont-Blog.
Auch Al Gore brachte es in San Francisco auf den Punkt: “Obama hätte es ohne das Internet und seine interaktiven Kommunikationsmöglichkeiten nicht ins Weiße Haus geschafft.” Mithilfe der Macht des Internets sollen nach Gore Probleme wie der globale Klimawandel nachhaltig in den Köpfen der Menschen verankert werden. Auf dem digitalen “Marktplatz der Ideen” könnten Menschen sich weltweit zu verschiedenen wichtigen Themen wie dem Umweltschutz austauschen.
Das Web bietet natürlich nicht nur Umweltschutz-NGOs hohes Potenzial, sich im Rahmen ihrer Pressearbeit mit guter Online-PR Aufmerksamkeit im Netz zu verschaffen. Auch Unternehmen sollten sich an Barack Obama ein eispiel nehmen und das Web 2.0 als Plattform der vernetzten Kommunikation zu ihren Gunsten nutzen. Relevante Themen und Inhalte können kaum schneller und effizienter gestreut werden.
Markus Hübner, Webexperte und Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow, geht sogar noch weiter: “Kein anderer Kommunikationskanal ist (…) so zeitnah, wie das Web 2.0. Große PR-Kampagnen sind dadurch überflüssig geworden. Wer heute ein bestimmtes Thema verbreiten will, kann dies innerhalb kürzester Zeit sehr effektiv und kostengünstig im Web tun und erzielt dabei sogar ein weltweites Echo.”
Dass Meinung im Web gemacht wird, ist wohl keine neue Erkenntnis. Laut einer aktuellen EIAA-Studie ist das Internet neben den mit dem world wide web aufwachsenden Jugendlichen nun auch bei der “Generation Online”, den 25- bis 34-jährigen, ein Leitmedium. Es liegt mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 14,4 Stunden pro Woche mit dem Fernsehen gleich auf. In den zehn von der Studie untersuchten EU-Ländern stieg die Internet-Nutzung im Vergleich zu 2007 um 5 Prozent – auf 178 Millionen Onliner. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland laut EIAA mit 43,3 Millionen Internetnutzern sogar auf Platz eins (Quelle: Internet World Business).
Beste Voraussetzungen also für ein ehrgeiziges PR-Konzept – mit dem festen Bestandteil Online-PR.
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