Medien-Trendmonitor 2009: Was Journalisten nervt
42,9 Prozent der Anfang 2009 von Faktenkontor und news aktuell befragten 2.293 Journalisten geben an, sich von nervigen PR-Leuten gestört zu fühlen. So jedenfalls das Ergebnis des aktuellen Trendmonitors, für den Medienschaffende gefragt wurden, was sie persönlich am wenigsten in ihrem Job mögen.
Für uns als PR-Berater stellt sich angesichts dieser Umfrageergebnisse natürlich die Frage, was unter der Antwortvorgabe “Nervende PR-Leute” zu verstehen ist. Und ob die Frage nicht besser hätte heißen müssen: "Ob PR-Leute nerven", nicht wie sehr nervende PR-Leute stören – dass nerven stört, bejaht man ja zweifelsohne.
Und vor allem: Gehört nicht genau eine solche Art der (suggestiven) Fragestellung zu den Methoden, von denen Journalisten mitunter so genervt sind: Einseitige Antwortvorgaben, die zwangsläufig zur von vornherein gewünschten Aussage führen?
Lässt man sich aber auf das Thema ein, stellt man die Frage, was genau die Journalisten stören könnte: Geht es um das reine Nachfass-Telefonat, an das gern auch unbedarfte Praktikanten gesetzt werden, um nachzufragen, “ob die Pressemitteilung denn angekommen” sei?
Für beide Telefonatsteilnehmer kann diese Situation sehr unangenehm sein. Denn oft haben Berufsanfänger noch nicht genug Erfahrung mit sensiblen Telefongesprächen und stecken meist zuwenig im jeweiligen Thema, als dass sie es optimal verkaufen könnten. Und zudem ist der eher obskure Aufhänger nachzufassen, ob das E-Mail-Programm oder auch die Post ihren Dienst ordnungsgemäß erfüllt haben, nicht den Anruf wert. Da darf man sich schon mal genervt fühlen, wenn so etwas häufiger im Arbeitsalltag vorkommt.
Redaktionstelefonate mit Fingerspitzengefühl
Sicher gehört aber ein gut vorbereitetes, sensibel geführtes Redaktionstelefonat zum Handwerkszeug jedes guten PR-Profis. Wir empfehlen jedoch – und praktizieren selbst danach – Anrufe im Vorfeld des Pressemitteilungsaussandes mit einigen ausgewählten Redaktionen zu führen, um die Zielgruppen-Relevanz und das Interesse für ein Thema auszuloten.
Ist der Angerufene interessiert, hat man den Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Denn ganz ohne PR können Journalisten auch nicht arbeiten, wie der Medien-Trendmonitor 2009 beweist: 40,2 Prozent beschweren sich über auskunftsfaule Pressestellen, Nachrichtenagenturen ärgert inkompetentes Verhalten von Unternehmenssprechern mit 60 Prozent besonders stark.
Neben den oben genannten, besonders störenden Faktoren im Arbeitsleben eines Journalisten – zumindest den Antwortmöglichkeiten der Umfrage nach zu urteilen – gehören auch mangelnde Innovationsfähigkeit der Kollegen (32,8 Prozent) oder ständig reinredende Vorgesetzte (19,7 Prozent) zu den größten Ärgernissen.
Sind Sie Journalist und finden sich in den Umfrageergebnissen nicht wieder – oder würden Sie diese erst recht unterstreichen? Wir freuen uns über Ihre Meinung!
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