PR-Agentur Blog

Hier kommt Google Plus

Google Plus gilt schon jetzt als das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk aller Zeiten. Vor vier Wochen ging das Projekt als Testphase an den Start und verzeichnet bereits heute über 20 Millionen Nutzer. Wächst hier ein Facebook-Konkurrent heran?  Wir stellen die neue Plattform vor.

Teilen wie im richtigen Leben, neu erfunden für das Web – die Grundidee von Google Plus (Google +) wird gleich auf den ersten Blick deutlich: User sollen sich einfach und unkompliziert weltweit vernetzen. Im Unterschied zu Zuckerbergs 750-Millionen-Mitglieder-Netzwerks, aus einer studentischen Kontaktplattform graduell gewachsen, investierte der Google-Konzern in eine gezielte Entwicklung von Google Plus, Integration weiterer Google Anwendungen wie YouTube, Picasa, Maps und Co inklusive. Mit dem Dienst Google Plus sagt der Konzern Facebook offiziell den Kampf an. Mit Projekten wie Google Buzz oder Google Wave hatte der Internetriese in den vergangenen Jahren eine Bauchlandung hingelegt.

Zunächst läuft die Plattform als Betaphase. Grundvoraussetzung, um Teil von Google Plus zu werden, ist ein Google Account. Teilnehmen konnten bei Launch der Plattform nur die sogenannten Early Adopters, die mit einem speziellen Link eingeladen wurden. Ihre Freunde ließen sich über den Google-Mail-Adressbuchimport, Hotmail und den Yahoo-Account, sowie gezielt über eine persönliche E-Mail-Einladung ihrem Google-Netzwerk hinzufügen. In kurzer Zeit erreichte daher Google Plus die 20 Millionen Mitglieder-Marke.

Klare Strukturen bei Google Plus

Das Design ist ähnlich wie bei Facebook schlicht gehalten. Die Gestaltung ist jedoch weitaus eleganter und anwenderfreundlicher. Während man bei Facebook nach Einstellungen und Funktionen mitunter mehr Zeit verbringt, findet man sich als User bei Google Plus intuitiv zurecht. Neben dem bereits bekannten (News) Stream ist der Grundaufbau stark an Facebook angelehnt. Der User kann Statusmeldungen ohne Zeichenlimit veröffentlichen, Fotos und Videos teilen. Mit dem +1-Knopf, als Gefällt-mir-Knopf dem Social-Media-Gänger bereits bekannt, können Inhalte im persönlichen Netzwerk oder in der globalen Google-Suche „plusoned“ werden.

Die Kreise des Vertrauens

Besonders einfach macht Google dem Nutzer die Selektion beim „Sharen“ von Content. In sogenannten Circles (Kreisen) teilt er seine Freunde, Arbeitskollegen und beispielsweise Fußballkumpel ein. Eine beliebige Anzahl an Kreisen kann gezogen werden, um besser differenzieren zu können. Tippt der Nutzer nun eine Statusmeldung ein oder lädt ein Foto hoch, kann er entscheiden, welchen Kreisen er diese Informationen preisgibt. Auch spielen die Kreise eine Rolle beim Filtern des News Feeds. So können User in den neuesten Nachrichten bestimmter Personengruppen stöbern.

Wer nicht mit jedem gut Freund sein möchte, aber dennoch an öffentlichen Statusmeldungen Anderer interessiert ist, kann jenseits der Kreise wandern. Ähnlich wie bei Twitter kann man einer Person „Nur folgen“. Die öffentlich gesendeten Infos, Fotos und Videos laufen automatisch im Stream des Nutzers zusammen.

Sparks – am Puls der Zeit

Mit Sparks appelliert Google an seine Mitglieder, sich zu aktuellen Themen und Interessengebieten untereinander auszutauschen. Wie in der Google-Suche gibt der User Begriffe ein und markiert gefundene Ergebnisse. Das Besondere an „Sparks“ ist, dass durch die angestoßenen Diskussionen wieder neue „Kreise“ gezogen werden. Nur das Hinzufügen von Interessen ist notwendig, um up to date zu sein.

Mit Freunden abhängen

Ein vielversprechendes Feature ist „Hangout“ und lässt Facebooks holprigen Text-Chat und Skypes Videomessaging ganz schön alt aussehen. In Googles browserbasiertem Videochat können sich bis zu zehn Plus-Mitglieder gleichzeitig sehen und sprechen.

Google Plus optimiert für mobiles Internet

Das mobile Internet wächst stetig. Google setzt daher von Anfang an auf das Medium. Als App ist Google Plus für alle gängigen mobilen Plattformen erhältlich. Das Feature „Sofort-Upload“ ist für Fotoaffine Mobiltelefonnutzer ein besonderes Schmankerl. Es vereinfacht den Foto-Upload: Nur noch das Bild aufnehmen, und es wird automatisch auf die Plattform geladen. „Huddle“ ist ebenfalls ideal für unterwegs. Mit diesem Service verschmelzen mehrere SMS-Unterhaltungen zu einem einzigen Gruppenchat  – praktisch, wenn man sich mit mehren Kontakten gleichzeitig abstimmen möchte.

Fazit

Der erste Eindruck von Google Plus ist durchaus positiv. Vor allem das Einteilen der Kontakte und die Video-Chat-Funktion überzeugen. Es ist noch schwer abzusehen, in welche Richtung sich Goolge Plus entwickelt. Noch ist keine klare Identität zu erkennen, außer ein gut durchdachte soziale Plattform. Während in Deutschland Geschäftskontakte auf Xing gepflegt werden, Meinungsführer twittern und Unternehmens- und Fanseiten sowie Privates auf Facebook ein Zuhause finden, müssen klare Anreize für User geschaffen werden, um ihre Kontakte zu Google umzuziehen.

Zurzeit bietet Google Plus (noch) keine Fan- oder Unternehmensseiten an. Letzteres ist nach Angaben von CNN jedoch schonin Vorbereitung. Am Wochenende gingen die ersten Einladungen für ein Business-Profil-Test-Programm in den USA raus.

Auch an einem Plan zur Gewinnung von berühmten Persönlichen soll gearbeitet werden, um die Mitgliederzahl des jungen sozialen Netzwerkes zu steigern. Google hat diese Strategie zwar nicht offiziell bestätigt, doch sollen Celebrities in den Genuss von Accounts mit Echtheitsprüfung nach Vorbild Twitters kommen. Bei Facebook gibt es bisher keine „verified“ Accounts, sodass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sich gegen mögliche Fake-Profile behaupten müssen.

Das Thema „Echtheit“ nimmt Google Plus generell sehr ernst. Am Wochenende schrieben viele Tech Blogs über das Entfernen von Accounts, die nicht mit Pseudonymen eingerichtet worden waren. „Die Google Profile sind als öffentliche Seitengedacht und sollen helfen, sich mit echten Menschen aus der realen Welt auszutauschen“, schrieb ein Googlesprecher und verwies auf die Richtlinen von Google Plus.

Aus PR-Gesichtspunkten sollte man als Unternehmen die Entwicklungen von Google Plus beobachten. Ein vorschnelles Handeln wäre zu diesem Zeitpunkt nicht angebracht. Da ein Anlegen von Unternehmensprofilen und Fanseiten noch nicht möglich ist, wäre es nicht zielführend ein privates Profil dafür zu reservieren. Wenn Sie zu den Early Adoptern zählen, spricht jedoch nichts dagegen, einen Account mit Klarnamen anzulegen. Für den Start haben wir für Sie die Top 200 der deutschsprachigen Google-Plus-Nutzer – Ähnlichkeiten mit den deutschen Twitter-Charts sind durchaus zu erkennen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
hat diesen Beitrag am Freitag, 29. Juli 2011, in der Kategorie Tipps aus der Agenturpraxis, Wissenswertes, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , abgelegt
* * * ½   5 Stimmen

Newsletter für PR-Interessierte

Fanden Sie diesen Beitrag interessant? Dann
abonnieren Sie jetzt unseren Online-PR Newsletter
und erhalten Sie künftig einmal monatlich unsere
besten Tipps, Tricks und Fachartikel frei Haus.
Unser Dankeschön: Die "10 Gebote der Online-PR"
exklusiv für unsere Abonnenten zusammengestellt.






*Ihre Daten werden vertraulich behandelt. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich.

1 Kommentar to 'Hier kommt Google Plus'

@onlineinstitut
11. Dezember 2012

Dieser Beitrag ist sehr nützlich für mich.
Vielen dank für die ausführlichen Informationen.

Hinterlasse einen Kommentar