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Googles Knowledge Graph und PR: Sachen und nicht Begriffe

Menschen, Orte und Dinge. Nichts weniger als das will Google zukünftig besser verknüpfen in seiner Suche mit der Wundertechnik namens Knowledge Graph. Seit Jahren geistert der Fachbegriff semantische Suche durchs Netz. Wolfram Alpha hat so etwas schon auf die Beine gestellt und im Englischen zumindest Apple zu Siris Erfolg verholfen. Denn ohne die Bedeutungsanalyse von Wolfram Alpha wäre die freundliche Stimme aus dem iPhone weitgehend stumm. Google will die Technik nutzen, um Dokumente im Netz besser zu realen Objekten zuzuordnen. Das Tunen von Texten für die Suchmaschine, eine Abteilung der SEO (Search Engine Optimization), könnte noch weiter in die PR rücken…

Denn nun wird Google anfangen (zunächst im englischen Sprachraum), sogenannte Tripel zu bilden. Das sind beschreibende Begriffe, die einen Kontext erklären wie etwa Hamburg-ist-Stadt oder Frank-geboren-Hamburg. Auf diese Weise kann Google Bedeutungen von Begriffen “lernen”. Dann ist Googles Technik in der Lage, Golf als Sport vom geografischen Begriff (Golf von Neapel) zu unterscheiden. Google serviert zukünftig in einem Textkasten mehrere Varianten möglicher Suchergebnisse zu Begriffen, die mehrdeutig sind.

Das klingt zunächst unspektakulär: Google grast einfach bekannte Quellen wie Wikipedia ab und präsentiert zu Hamburg dann allerlei Erbauliches, was in jedem Stadtführer stehen könnte. Es geht also los mit Orten, berühmten Persönlichkeiten, Filmen, Kunstgegenständen und vielem mehr, zu dem die Suche in einem Kasten rechts zugehörige Inhalte darstellt. Aber 500 Millionen Menschen, Orte und Sachen sowie mehr als 3,5 Milliarden definierende Eigenschaften und Verbindungen zwischen den jeweiligen Positionen sind kein Pappenstiel in Googles Datenbank. Denken wir daran, dass es ein Werbeanbieter ist. Da ist aber auch noch eine andere Seite des Knowledge Graph. Denn zukünftig sollen auch die Nutzerinteraktionen einfließen: Suchende entscheiden sich für oder gegen Alternativen, die Google als Suchergebnis präsentiert. Und der Faktor Mensch fließt noch indirekter, aber dafür entscheidender ein.

Wer nun beschreibende Inhalte zu einem bestimmten Begriff erstellt hat, könnte erleben, dass Google als zusätzlichen Inhalt direkt rechts neben den Ergebnissen Inhalte der Konkurrenz mit darstellt – in dem besagten Extrakasten. Aber wie kommen die dahin? Google liebt Inhalte, die oft kommentiert oder/und bewertet wurden. Diese sozialen Signale sind nicht nur in sozialen Netzwerken zu finden, sondern in Googles Index direkt einem Dokument zugeordnet – das gilt aktuell vor allem für Blogs und Foren. Dass Google auf Wikipedia zurückgreift, liegt auch daran, dass so viele Überarbeitungen von vielen Autoren in wesentlichen Wikipedia-Artikeln stattfinden. Dieses gemeinsame Arbeiten am Text, also Änderungen an einer Seite, honoriert Google.

Neben den Ergebnislisten der organischen Suche erwächst also ein neuer Konkurrent: informative Inhalte zu Begriffen, die Google prominent platziert. Mit den üblichen SEO-Maßnahmen kommt man aber gar nicht in diesen Kasten. Denn jetzt geht es um die Anzahl der sozialen Signale rund um einen Text. Wer eine kommentarreiche Seite im Netz hat, die Hamburgs Stadtteil Altona beschreibt, der könnte eher in Googles neuer Schnellübersicht landen als auf die offizielle Seite der Kommune mit historischen Informationen, Kontaktdaten der Verwaltung und vielem Nützlichen mehr. Denn diese Behördenseiten haben keine Kommentarfunktion, und über sie wird selten in Google+ oder Facebook bzw. Twitter diskutiert.

Wenn Agenturen zukünftig die Inhalte von Firmen, Behörden oder Institutionen im Web bekannt machen sollen, müssen sie den Kunden raten, Dialoge zuzulassen. Sie müssen den technischen Ansprechpartnern klar machen, dass das Liken, Plussen und Twittern via Symbol unter den Texten essenzielle Funktionen einer Website sind. Und sie müssen den Mitarbeitern offenbaren, dass das Gespräch mit wildfremden Leuten im Netz über eigene Texte eher eine arbeitssichernde Maßnahme ist als eine unliebsame Last.

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hat diesen Beitrag am Freitag, 15. Juni 2012, in der Kategorie PR-Ideen, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , abgelegt
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