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Google News und die PR / prdienst.de im ZAPP Medienmagazin

Letzte Woche erschien im ZAPP Medienmagazin ein kritischer Beitrag über Google News. Nutzer würden dort journalistische Inhalte nicht von PR-Beiträgen unterscheiden können, so die Kritik. Als Stellvertreter für die PR-Branche wurde ich zum Thema interviewt. Und wie das immer so ist, bleiben von einem viertelstündigen Gespräch im Beitrag nur einige vom Redakteur bewusst ausgewählte Sekunden.

Was der Bericht verschweigt:

1. Google News wird einer aktuellen Studie zufolge gerade einmal von 3 Prozent aller Internetnutzer regelmäßig und von nur weiteren 5 Prozent sporadisch genutzt. 93 Prozent aller Nutzer haben Google News noch nie verwendet. Fairerweise muss man sagen, dass die Studie erst nach Erstellung des Fernsehbeitrags veröffentlicht wurde – der vergleichsweise geringe Nutzungsgrad war jedoch bekannt.

2. Im Interview hatte ich daher mehrfach darauf hingewiesen, dass die Aufnahme einer Pressemitteilung in Google News für uns als PR-Agentur zwar eine interessante Möglichkeit darstellt, aber auch nicht mehr als ein kleines Steinchen im großen PR-Mosaik ist.

3. Die Idee, Pressemitteilungen künftig optisch deutlicher von journalistischen Beiträgen zu unterscheiden, unterstützen wir vorbehaltlos. Dies gilt umso mehr, als die Kodizes der PR-Branche ausdrücklich fordern, dass Public Relations-Aktivitäten leicht als solche erkennbar sein müssen und die Öffentlichkeit nicht zu irrigen Schlüssen veranlassen dürfen.

4. Pressemitteilungen über Google News einem größeren Nutzerkreis zugänglich machen zu können, ist für uns nur ein nachrangiger Aspekt. Den primären Nutzen sehen wir vielmehr darin, kostenlos News-Alerts zu beliebigen Suchbegriffen anlegen zu können. Diese erlauben sowohl ein Monitoring nach Berichten über unsere Kunden und deren Mitbewerber, als auch nach Themen und Branchen. In Grenzen ermöglicht Google News also eine einfache Form der Erfolgskontrolle und Mitbewerberbeobachtung und liefert mitunter gute Anregungen.

5. Dass sich inmitten redaktioneller Beiträge auch Pressemitteilungen finden, ist unter dem Gesichtspunkt der objektiven Meinungsbildung für die Nutzer durchaus sinnvoll. In einer typischen Krisensituation, in der die Medienberichterstattung sehr einseitig ausfällt und Unternehmen oder Organisationen mit ihren Standpunkten kaum mehr Gehör finden, ermöglicht Google News dem kritischen Leser überhaupt erst eine ausgewogenen Meinungsbildung.

Fazit: Natürlich hat Google News die PR-Branche bereichert; der Versuch, die Plattform als bedeutende Spielwiese für die PR darzustellen geht allerdings fehl. Google News ist je nach Betrachtungsweise eben nur eines von vielen nützlichen Tools, beziehungsweise nur eine von vielen Plattformen, die sich in der Öffentlichkeitsarbeit nutzen lassen. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Hier noch mal der Link zum TV-Beitrag: Undurchsichtig – Nachrichten und PR bei "Google-News".

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hat diesen Beitrag am Montag, 17. November 2008, in der Kategorie Wissenswertes veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , , abgelegt
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