Ein Vollhorst muss niemand bleiben – Neues Wörterbuch der Szenesprachen
“Gehst du heute Training?” – “Nein, ich schaff es einfach nicht.” – “Mensch, bist du opfer.” Wenn Sie diesem Dialog zwischen zwei Jugendlichen inhaltlich nicht mehr ganz folgen können, dann wird es Zeit für dieses Buch: “Duden – Das neue Wörterbuch der Szenesprachen”. Doch geht es dabei nicht etwa nur um die Jugendsprache – vielmehr sind neue Wortschöpfungen aus verschiedensten Bereichen zusammengetragen worden: Lifestyle und Wohnen, Schule und Uni, Computer und Technik, Beauty und Fashion.
Zentrales Kriterium der herausgebenden Duden-Redaktion sowie des beratenden Hamburger Trendbüros war, dass die Begriffe einerseits tatsächlich verbreitet sind, andererseits aber noch nicht in traditionellen Wörterbüchern verzeichnet sind. “Opfer”, adjektivisch verwendet, ist solch ein Wort – es bedeutet so viel wie “arm dran”, “schlecht”, “mies”.
Wie lebendig die Sprache ist und wie kreativ die Wortschöpfungen sind, zeigen folgende Beispiele:
Achselterror – Schweiß unterm Arm
Bankster – Mischung aus Banker und Gangster
Castingopfer – Untalentierte, die sich bei Castingshows blamieren
Cyberstalking – Ausspionieren anderer Personen im Internet
Deskfood – das Essen, das man am Schreibtisch zu sich nimmt
Modeopfer – fast krankhaft trendy
Suppenkoma – Müdigkeit nach dem Mittagessen
Vollhorst – Unwissender, Idiot
Z-Promi – fast unbekanntes Sternchen
Auch das noch: “Blogorhö” meint die unkontrollierte, durchfallartige Geschwätzigkeit im Internet; neuerdings gibt es auch eine “Twitterhö”.
Es ist nicht nur unterhaltsam und amüsant, im neuen Wörterbuch der Szenesprachen zu schmökern, sondern für Sie als Unternehmer oder PR-Verantwortlicher auch überaus nützlich. Denn wer seine Zielgruppe wirklich erreichen möchte, sollte sie auch verstehen und deren Sprache sprechen.
“Duden – Das neue Wörterbuch der Szenesprachen” erscheint voraussichtlich im September, hat 192 Seiten und kostet 14,95 Euro (ISBN: 978-3-411-71092-8).
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