De-Mail: Das Ende des Briefkastens?
Im September wird im Raum Friedrichshafen das Pilotprojekt “De-Mail” gestartet, das den Beginn einer neuen Ära der schriftlichen Kommunikation bilden könnte: Mit einer neuen EU-Dienstleistungsrichtline will die Bundesregierung durchsetzen, dass öffentliche Einrichtungen die Kommunikation per E-Mail als verbindliches Medium akzeptieren.
Kommunikation soll einfacher werden
Hierzu sollen sogenannte Bürgerportale eingerichtet werden. Jeder Bürger Deutschlands, der diesen Dienst nutzen möchte, erhält einen Zusatz für die bisherige E-Mailadresse, zum Beispiel peter.mueller@gmx.de-mail.de.
Über das eigene Bürgerportalkonto wird damit für jedermann – Zugang zum Internet vorausgesetzt – einfacher elektronischer Postverkehr möglich. Gehalts- und Telefonabrechnungen werden nicht mehr ausgedruckt, Abwicklungen mit Versicherungen gestalten sich einfacher und Privatpatienten erhalten schneller ihr Geld zurück. Bei Erfolg soll das in Friedrichshafen getestete Projekt Anfang 2010 auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Ein 5-minütiges Video erklärt, was dahinter steckt.
Der neue Kommunikationsdienst soll so sicher werden wie Papierpost, dabei aber auf die Einfachheit der digitalen Post setzen – und vor allem vielen Unternehmen jede Menge Porto- und Verwaltungskosten einsparen. Die Wirtschaftswoche stellt in einem Beitrag ausführlich dar, was dieser Umbruch für eines der renommiertesten deutschen Unternehmen – die deutsche Post – bedeuten könnte.
Aus für die postalische Pressemitteilung?
Und wie wird sich De-Mail ganz konkret auf die PR-Arbeit auswirken? Sichere Prognosen sind natürlich nicht möglich, doch scheint sich die Diskussion “Pressemitteilung per Post – ja oder nein” bald selbst zu eliminieren.
Wenn die sonst eher trägen Branchen Politik und Verwaltung immer öfter digitale Kommunikations-Kanäle wählen, sollte auch die Privatwirtschaft mitziehen. Als Online-PR-Agentur setzen wir daher seit Jahren auf die elektronische Kommunikation und versenden auch Pressemitteilungen stets auf digitalen Wegen.
Vielleicht werden in der Zukunft aber auch gerade die Pressemitteilungen, die noch per Post geschickt werden, aufgrund ihrer immer geringer werdenden physischen Konkurrenz wieder stärker von Journalisten wahrgenommen. Und erhalten so einen Wettbewerbsvorteil. Viel ist möglich, doch wer auf die Technologien von heute und vor allem morgen setzt, liegt sicher nicht falsch.
Schreib mal wieder…
Soviel steht fest: Mit De-Mail wird Kommunikation, zumindest jene geschäftlicher Natur, einfacher. Glücklicherweise bleibt aber jedem Bürger laut WiWo noch selbst überlassen, welche Art der Post er per De-Mail erhalten möchte. Der nette Brief von der Mutter aus der Kur oder das vom Enkel selbst gemalte Bild verliert sicher als eingescanntes Dokument – denn auch das wird De-Mail ermöglichen – ein gutes Stück seines Charmes.
Meine (nicht so sehr) vorsichtige Prognose: Auch De-Mail wird über kurz oder lang den guten alten handschriftlichen Brief oder die Geburtstagskarte an Oma nicht tot kriegen. Sicher setzt man in der Kommunikation, so auch in der PR, auf die digitale Zukunft – aber manche Maßnahmen wirken immer noch besser auf dem klassischen Weg.
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1 Kommentar to 'De-Mail: Das Ende des Briefkastens?'
11. September 2009
Die digitale Informationsübermittlung per E-Mail leidet bis heute unter gravierenden Schwächen: So kann der Absender einer E-Mail nicht rechtssicher nachweisen, dass er eine E-Mail an eine Person oder Institution versandt hat und welchen Inhalt diese E-Mail hatte. So bleibt meist nur der Rückgriff auf postalische Verfahren, wie zum Beispiel das Einschreiben mit Rückschein oder die Zustellung einer Nachricht durch einen Gerichtsvollzieher.
Allerdings ist seit dem Jahr 2008 unser System “eWitness” (http://www.ewitness.eu/de-de/ewitness.aspx) in Deutschland verfügbar. Mit diesem System lassen sich Nachweisprobleme bei der Versendung von E-Mails oder bei FTP-Uploads lösen. Es handelt sich dabei um eine Art “elektronisches Einschreiben mit Rückschein”, nur mit dem Unterschied, dass mit dem System nicht nur die Zustellung einer E-Mail, sondern auch deren Inhalt nachgewiesen werden kann. Der genaue Zeitpunkt des Versands wird von eWitness ebenso festgehalten wie der Absender, der Empfänger und eine fälschungssichere Kopie des Inhalts. Durchgeführte Versendungen können so auch noch nach Jahren rechtssicher nachgewiesen werden, da das System von Notaren betrieben wird, die auf Anfrage Ihrer eWitness-Kunden deren E-Mails und FTP-Uploads urkundlich bestätigen.
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