Auf den Hund gekommen: Ein missglückter PR-Coup im Wuppertaler Rathaus
Fotos mit Kindern und Tieren funktionieren immer gut, um die Sympathie der Wählerschaft zu gewinnen, das dachte auch Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung. Er ließ sich für den Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung (WZ) im Rathaus mit den vier Hunden seiner Pressesprecherin Martina Eckermann fotografieren. Was Jung mit seiner Aktion nicht bedachte, im Rathaus müssen Hunde leider draußen bleiben.
„Das Collie-Quartett und der Oberbürgermeister“, so der Artikel des Anstoßes. Das zentrale Bild zeigt den Wuppertaler Oberbürgermeister, wie er Leckereien an die Vierbeiner der Pressesprecherin Martina Eckermann verteilt. Löblich vor allem ihr Engagement: Der Leser erfährt, dass Sie sich für die Not-Vermittlung von Hunden einsetzt. Einer ihrer Border Collies stammt aus Irland, wo Fund- und Abgabetiere nach längerem Aufenthalt getötet werden.
Die Sympathie-Offensive ging nicht auf
Wie drollig das Pressefoto mit den Vierbeinern auch sein mag, die WZ-Leser waren verärgert. Denn für Normalbürger gilt: Waldi und Bello dürfen nicht ins Rathaus. Unübersehbare Schilder an den Türen des Verwaltungsgebäudes weisen daraufhin. Dass sich eine enge Mitarbeiterin des Oberbürgermeisters offenbar über dieses Verbot hinwegsetzen darf – mit dem Segen des hundeliebenden Stadtchefs, der die illegalen Rathausbesucher auch noch täglich mit Leckerchen versorgt, sorgte für Unmut unter den Wuppertalern.
Eigentlich hätte die Stadtsprecherin Eckermann erkennen müssen, welche negativen Reaktionen der Artikel auslösen würde. Online hagelte es sofort Kritik. In der Schusslinie stehen Oberbürgermeister Jung und Pressefrau Eckermann zu gleichen Teilen. Online-Leser „Peter“ mutmaßt: „Wer so nah am OB ist, darf alles“ und „Renier“ will in der Stadtverwaltung noch erhebliche Einsparpotenziale ausgemacht haben, da ja offenbar noch Zeit genug für die Hundebetreuung während der Arbeitszeit sei.
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