Gibt es erfolgreiche Pressearbeit zum Nulltarif? Nicht wenige Unternehmen scheinen das zu glauben. Und so kommt es, dass der Junior-Chef die Pressemitteilungen selbst schreibt und die Sekretärin den Text an einige „Sehr geehrte Damen und Herren“ schickt. Für die Online-Verbreitung sollen dann kostenlose Presseportale sorgen. Dass diese Rechung nicht aufgeht, ist nicht die Schuld der Portale, sondern der Auftraggeber.
Etwa zwei Dutzend nennenswerte Presseportale tummeln sich im Netz. Der vermutlich bekannteste ist openpr.de. Auf den Portalen kann grundsätzlich jedermann einen eigenen Text einstellen. Alle Mitteilungen werden auf journalistische Relevanz geprüft, dabei fallen etliche durch das Raster, die übrigen werden auf der Seite veröffentlicht. Wohl gemerkt: nur auf dieser Webseite, ein Versand findet nicht statt.
Die Chance, dass zum Beispiel ein Fachjournalist diesen Text auffindet und zu einem eigenen Beitrag verarbeitet, ist ziemlich gering. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit noch, wenn der Journalist mit Hilfe von Suchmaschinen recherchiert. Viele Pressemitteilungen erreichen hier ein gutes Ranking. Aber kaum ein Journalist recherchiert aktiv in den kostenlosen Presseportalen. Natürlich nicht, denn - so denkt der Pressemann – was kann eine Information wert sein, für die der Auftraggeber sowohl Geld als auch Aufwand scheute.
Kostenlose Presseportale haben eine gute Berechtigung, um beispielsweise Verbraucher via Google und Co. zu erreichen. Aber die professionelle Pressearbeit können sie nur ergänzen, niemals ersetzen.