Aktuell ist Twitter ein großes Kommunikations-thema. Aber ist es für Ihr Unternehmen das Richtige? B. L. Ochman hat da im Adage-Blog eine interessante Liste zusammengestellt.
Vom Agenturbaby über den CEO bis zur Katzenklappe: Promis, Journalisten, Medienmacher und Konsumenten twittern was das Zeug hält. Vielen erschließt sich der Hype um Twitter dennoch nicht. Kein Wunder, denn Twitter ist einfach nicht für jeden das Richtige. Dies sind die Top-10 Gründe für Unternehmen besser nicht zu twittern:
1. Sie verwechseln Twitter mit einer Social-Media Strategie. Das ist Twitter nämlich nicht. Twitter ist ein Werkzeug, ein Kanal, eine Taktik. Twitter funktioniert für alle, die ohnehin eine Online-Gemeinde versammeln und Twitter als Medium nutzen um mit dieser Online-Gemeinde zu kommunizieren.
2. Ihr Unternehmen lässt sich jeden Satz freigeben. Twitter ist ein Medium für schnelle Kommunikation. Der Charme dieses sozialen Netzwerkes liegt in seiner Schnelligkeit. Follower kommunizieren untereinander offen und vollkommen unkompliziert. Unternehmen mit aufwändigen Abstimmungsprozessen sollten daher besser nicht twittern. Auf eine Twitteranfrage erst einen Tag später zu antworten ergibt keinen Sinn.
3. Sie wollen Twitter als zusätzlichen Kommunikationskanal nutzen und Ihre News aus dem Unternehmen verbreiten. Dass diese Strategie aufgeht ist unwahrscheinlich. Denn Follower muss man sich auf Twitter mit interessanter Kommunikation verdienen. Seien Sie lieber interessant und interagieren Sie. Wer Twitter nur zum herauspusten von Nachrichten benutzen will, hat Twitter nicht verstanden und sieht überhaupt nicht gut aus.
4. Sie denken, Ihr CEO sollte twittern und planen einen Ghost-Twitterer für ihn zu beschäftigen. Keine gute Idee. Wenn Ihre Tweets nicht authentisch und transparent sind – lassen Sie es lieber. Es muss ja nicht der CEO selbst tun. Lassen Sie eine oder mehrere Personen aus Ihrem Unternehmen twittern – aber offen.
5. Sie wollen sich eigentlich lieber nicht unterhalten. Wer glaubt er käme um die Kommunikation mit seinen Followern herum und @-Anfragen ignoriert, sollte aufs Twittern verzichten. Twitter ist keine Einbahnstraße sondern Kommunikation auf Augenhöhe. Das muss man wollen. Wer sich darauf einlässt, wird im Gegenzug viel über sein Unternehmen erfahren.
6. Sie wollen als Unternehmen Twittern. Ihr Avatarbild wird das Logo sein und die Hintergrundseite lassen sie von Ihrer Agentur im Corporate Design gestalten? Legen Sie lieber eine Person für den Twitteraccount offen. Die Zeiten an denen sich Unternehmen hinter gesichtslosen Seiten verstecken, hat Twitter hinter sich gelassen. Die Idee von Twitter ist die eines sozialen Netzwerkes.
7. Sie denken, Ziel ist es auf Twitter möglichst viele Follower zu gewinnen? Falsch. Viele Follower lassen sich sehr leicht erzeugen. Was aber zählt ist die Qualität der Kommunikation.
8. Sie wollen den Account „protected“ schalten, damit Ihre Updates nicht von der ganzen Welt gelesen werden können. Diese Idee widerspricht dem eigentlichen Sinn und Zweck von Twitter – der Kommunikation.
9. Sie denken, Sie könnten jetzt mit Twittern einfach loslegen. Melden Sie sich lieber erst einmal an und lesen Sie eine Weile mit. Wer drauflostwittert, ohne ein Gefühl für das Medium zu haben, kann unprofessionell und ungeschickt wirken.
10. Sie wollen nebenbei Twittern. Planen Sie fürs Twittern am Anfang bis zu einer Stunde pro Tag zusätzlich ein. Sie werden schnell merken, dass selbst praktische Tools und Seiten wie Netvibes, Twitterfox und Tweetree Ihnen den größten Zeitfaktor nicht verringern: Die Neugierde. So wie Unterhaltungen per E-Mail Zeit kosten, sind auch Unterhaltungen per Twitter ein ziemlicher Zeitfresser.
Wer jetzt noch mal gucken möchte, was Twitter eigentlich ist, kann das hier tun.
Lesen, wer da eigentlich twittert? Hier geht's zu den Ergebnissen der ersten deutschen Twitterumfrage.
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