Ab Juni 2010 werden die Menschen in Europa mehr Zeit mit Internetsurfen verbringen als mit Fernsehen, so die Prognose einer vor kurzem veröffentlichten Microsoft-Studie. Die durchschnittliche Web-Nutzung wird der Untersuchung zufolge mit 14,2 Stunden/Woche dann erstmalig den relativ konstanten TV-Konsum von 11,5 Stunden/Woche übersteigen.
Dieser Wandel im medialen Konsumverhalten ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einem Bedeutungsverlust des Mediums Fernsehen an sich. Vielmehr rückt der Fernseher als klassische Bezugsquelle von TV-Inhalten in den Hintergrund und weicht anderen Endgeräten, wie vor allem dem PC und dem Handy.
Möglich wird diese Entwicklung durch die Ausweitung von Breitband-Internetanschlüssen, die sich während der vergangenen Jahre in großen Teilen Europas vollzogen hat. Bereits heute schauen 28 Prozent der Europäer regelmäßig Online-Videos in kurzer oder voller Länge, womit sich der Konsum seit 2006 mehr als verdoppelt hat.
Aus der Studie geht weiterhin hervor, dass der PC seine Rolle als nahezu einziger Zugang zum Internet (heute 95 Prozent) in den nächsten Jahren verlieren wird. In Zukunft werden stattdessen andere internetfähige Technologien klar an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen besonders IPTV-Geräte, Spielkonsolen und Mobiltelefone. Im Jahr 2013 werden diese Empfänger zusammen genommen an etwa der Hälfte aller europaweiten Onlinezugriffe beteiligt sein. Dabei kommt dem Handy eine zentrale Stellung zu: Schätzungsweise 48 Prozent aller Menschen werden dann regelmäßig Internetseiten über ein Smartphone abrufen.
Dem Ergebnis der Studie zufolge surfen Internetnutzer die meiste Zeit (65 Prozent) zur reinen Unterhaltung, in sozialen Netzwerken, um E-Mails zu schreiben oder um Informationen für den persönlichen Gebrauch zu finden. Ein Drittel der Zeit wird das Web für kommerzielle Zwecke verwendet.
Die komplette Microsoft-Untersuchung in englischer Sprache finden Sie hier.