Das moderne Web bietet großartige Möglichkeiten, an Informationen zu kommen, die auf anderen Wegen unverhältnismäßig viel schwieriger zu beschaffen sind. Doch bringt das Web 2.0 aufgrund seiner offenen Struktur auch Tücken und allerlei Falschinfos mit sich – was eine gründliche, journalistische Recherche unumgänglich macht.
Jüngster Fauxpas des ansonsten ehrenwerten und renommierten Leitmediums SPIEGEL Online: ein Beitrag über die ausufernde Namensliste unseres Wirtschaftsministers zu Guttenberg.
Nur dass der zusätzliche „Wilhelm“ eine Falschinformation darstellte, die die SPIEGEL-Redakteure aus der beliebten Wissensquelle Wikipedia zogen. Und dass der betreffende Eintrag zuvor leider von einem findigen Spaßvogel gefälscht worden war…
Auch bei Diskussionen um die (Pseudo-)Twitter-Aktivitäten von Prominenten hilft eine zusätzliche Recherche, wie kürzlich die bloggenden Mitarbeiter einer Düsseldorfer Agentur feststellen mussten.
Im PR-Professional merkt Uwe Mommert entsprechend passend an: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Allerdings ist der bestehende Zeit- und Konkurrenzdruck bei den Medienschaffenden oft so groß, dass die standesgemäße Überprüfung der gefundenen Information entfällt.
Was bevorzugen Sie? Am Puls der Zeit über alles informiert zu werden und das Risiko einer Falschinfo in Kauf nehmen – oder eine mehrfach abgesicherte Information, die vielleicht einen Tag zu spät kommt? Sicher auch eine Frage des Standpunktes…