Ein internationales Team von zehn renommierten Universitäten hat, unter der Leitung des Leipziger Prof. Dr. Ansgar Zerfaß, kürzlich den „European Communication Monitor 2008“ veröffentlicht: Inhalte sind Trends und Status Quo im europäischen Kommunikationsmanagement. Was sind also die wichtigsten Trends?
Interessante Ergebnisse sind:
- Online-Videos und Social Networks sind die Kommunikationsmedien, die 2009 verstärkt an Bedeutung gewinnen werden. Gemeint sind hier übrigens nicht in erster Linie virale Kampagnen, sondern die direkte Consumer-Kommunikation mit Produkt- und Image-Videos – das Prinzip TV-Spot aufs Internet übertragen.
- Hauptsächliche Herausforderungen sehen die PR-Spezialisten künftig darin, ihre Funktion enger mit den Geschäftsstrategien zu verbinden, sich mit nachhaltiger Entwicklung und sozialer Verantwortung auseinanderzusetzen sowie in dem aktiven Umgang mit der digitalen Entwicklung und dem Social Web.
- Kommunikationsprofis in den USA haben deutlich mehr Einfluss als ihre europäischen Kollegen
Entwicklung der Kanäle – nicht nur Online im Plus
Die angenommene Entwicklung von Kommunikationskanälen ist ebenfalls spannend: Online-Kommunikation wird als wichtigster Kanal angesehen (angenommener Zuwachs bis 2011: +16.8 Prozent), gefolgt von Presse- und Media-Relations (+ 26 Prozent) und Social Media (+26 Prozent). Die Presse- und Medienarbeit für Printmedien bleibt stark, wird aber um 24.5 Prozent an Bedeutung verlieren. Neben dem klaren Online-Trend gewinnt die Face-to-face-Kommunikation und wird zum viertwichtigsten Instrument der PR.
Als relevante Kanäle werden auch die bekannten interaktiven Tools gewertet. In der Reihenfolge ihrer Bedeutung sind dies: Soziale Netzwerke, Online-Videos, Blogs, RSS-feeds, Wikis, Podcasts und – noch immer – virtuelle Welten.
PR steht in Börsenunternehmen besser da
PR-ler in börsennotierten Unternehmen führen laut der Studie das Feld an, sie sind in ihren Unternehmen erheblich gefragter als ihre Kollegen in Unternehmen in privater Hand. Letztere sind an Entscheidungen erheblich weniger beteiligt. Die Studie vermutet, dass Inhaber geführte Unternehmen weniger von der öffentlichen Meinung abhängig sind, als börsennotierte Unternehmen. Diese hätten zudem mehr rechtliche Informationspflichten und wären auf die Unterstützung von Politikern angewiesen.
Der „European Communication Monitor“ wurde zum zweiten Mal durchgeführt und stützt sich auf die Befragung von 1.524 Entscheidern in Unternehmen, Institutionen und Agenturen aus 37 Ländern. Den Mittelpunkt der Studie bilden die Entwicklung zentraler Handlungsfelder und Kommunikationskanäle, strategische Themen, die Bedeutung interaktiver Medien, Wertschöpfung durch Kommunikation, Corporate Social Responsibility, die Zusammenarbeit von Auftragggebern und Agenturen sowie der Einfluss von PR-Verantwortlichen auf Managemententscheidungen.
Unter http://www.communicationmonitor.eu/ECM2009-Results-ChartVersion.pdf steht ein 74-seitiger Ergebnisbericht mit zahlreichen Charts und Interpretationen zur Verfügung.