Michael M. rief mich letzte Woche an. Zu Beginn unseres Telefonates sprach er in freundlichster Anzeigenverkäufer-Tonlage. Er ist nämlich der Herausgeber des "rhein-main magazins", einem Lifestyle orientierten Blatt, in dem ich zum Valentinstag einen Artikel untergebracht hatte. Veröffentlichungsthema war eine Umfrage unter Singles zum Thema Valentinstag: das passte. Gegen einen kleinen Druckkostenzuschuss wollte Herr M. einen Artikel über unseren Kunden, die Singlebörse bildkontakte.de, veröffentlichen, die Abstimmung lief unkompliziert per PDF. Um genau prüfen zu können, was uns der Artikel bringt, hatten wir als Bildelement einen Gutschein mit Code untergebracht. Und daran ist der Anzeigenverkäufer und Herausgeber offenbar nicht gewöhnt, wie gleich deutlich werden wird.
Ob wir denn zu Ostern vielleicht wieder Interesse an einem Artikel im rhein-main magazin hätten? leitete er das Telefonat ein. Ich verneinte, bedauerte und erläuterte auch gleich warum: Weil sich bis heute mit dem abgedruckten Gutscheincode nicht ein einziger Leser angemeldet hat. Und weil wir deshalb davon ausgehen, dass uns der Artikel nichts gebracht habe. Dieser Argumentation wollte sich Herr M. nicht anschließen: Es könne doch gut sein, dass es beim nächsten Mal funktioniere! Man solle doch nicht so schnell aufgeben! Da ich das Geld unserer Kunden traditionell nur für sinnvolle Projekte verplane, lehnte ich ein Advertorial natürlich weiter ab. Wieder mit dem Hinweis, dass sein Heft und unser Produkt offenbar nicht zusammengepasst hätten und wir daher bei ihm keine weiteren Anzeigen-Artikel buchen könnten.
Da wurde Herr M. ungehalten. Das hätte er ja noch nie erlebt, dass jemand so kategorisch ablehnen würde! Dass man es nicht wenigstens noch einmal versuchen wolle! Das mag natürlich sein. Aber ich bleibe dabei: Sinnvoll ist, was funktioniert. Advertorials bieten oft die Möglichkeit für kleines Geld eine große Leserschaft zu erreichen, testhalber probiere ich diese darum gern aus. Was sich aber nicht bewährt, fliegt eben aus der Planung... Aber da hatte Herr M. schon aufgelegt. Womöglich um einer anderen Agentur einen Artikel gegen Druckkostenzuschuss anzubieten.
Update 15. Januar 2010
Dieser Blogeintrag von vor fast drei Jahren hat hohe Wellen geschlagen. Unter dem Beitrag haben sich etliche Kommentare angehäuft, Informationen wurden zusammengetragen und daraus Schlüsse gezogen. Hinter den Kulissen bekam ich immer wieder E-Mails von PR-Kollegen, die von ihren Erfahrungen berichteten. In jüngster Zeit erhielten wir auch z.T. recht emotionale E-Mails und Briefe aus dem Umfeld des Verlages.
Wir wollen an dieser Stelle einen Strich ziehen und uns aus dieser Diskussion verabschieden.
Da es unserer Blog-Politik entspricht, Kommentare weder zu verändern, noch zu löschen, möchte ich gern folgendes ergänzen: Uns liegen mittlerweile gedruckte Exemplare des rhein-main magazins vor, die uns der Verlag übersandt hat. Dabei handelt es sich um die Hefte 04/07 bis 12/07, die Hefte 01/08 bis 10/08 sowie 12/08 und die Hefte 01/09 bis 04/09 sowie 06/09 bis 12/09 und die aktuelle Ausgabe 01/10. Alle in Hochglanz, vierfarbig und jeweils ca. 100 Seiten stark. Ab Ausgabe 05/08 in Leimbindung, vorher mit Rückendrahtheftung. Erhalten haben wir auch eine Liste von über 2.000 Kiosken, an die das Heft nach Verlagsangaben verteilt wird sowie Kopien von Druckereirechnungen, nach denen die Druckauflage ab Anfang 2008 konstant 10.000 bis 15.000 Exemplare beträgt. Für ihre E-Mails und Kommentare hat sich „Mercedes“ bei uns entschuldigt.
Wir denken, dass damit alles gesagt ist und schließen jetzt die Kommentarfunktion zu diesem Artikel.