Aus Unfreiheit kann erwartungsgemäß nichts Gutes erwachsen. So beobachtete einst schon Hans Paasche bei den Deutschen seiner Zeit, dass die Dinge, die sie hervorbrachten, unstimmig und hässlich waren. Ihren Werken, schreibt er, sehe man an, dass unerlöste, unglückliche – weil eben unfreie – Menschen sie schufen.
Wie sinnvoll es heute für ein Unternehmen sein kann, seinen Mitarbeitern weitgehende Freiheiten zu gewähren, zeigt eine jüngst veröffentlichte Studie.
Sie belegt, dass kurze Unterbrechungen der Arbeit, die dazu genutzt werden, um privat im Internet zu surfen, die Konzentration und die Produktivität erhöhen und so die Unternehmensgewinne steigern können. Zusätzlich zu der Gelegenheit für Angestellte, sich von den Problemen der Arbeit kurz abzulenken, könnten Arbeitgeber so ein vertrauliches und angenehmes Arbeitsklima schaffen.
Am besten für
die Konzentration sind laut der Studie Online-Games. An zweiter Stelle
genannt werden Social Communities, dann folgen E-Mails und
Online-Shopping.
Fraglich bleibt allerdings, ob diese Erkenntnisse Unternehmen umstimmen können, die auf verstärkte Kontrolle ihrer Mitarbeiter setzen und dabei zu technologisch immer ausgereifteren Methoden greifen. Teils sollen auf PCs sogar schon Spionageprogramme installiert sein, die jeden Tastaturanschlag protokollieren oder Screenshots des Desktops erstellen…
Die besagte Studie zur Nützlichkeit von „elektronischen Pausen“ hat übrigens ein Unternehmen beauftragt, das Computerspiele entwickelt. Honi soit qui mal y pense.