PR-Agentur Blog

Seit Monaten verdichtet sich – nicht nur im Netz – die Diskussion um den Microblogging-Dienst Twitter und darum, wann, von wem und vor allem wie er genutzt werden sollte. Da gibt es mehr Meinungen als Köpfe und mehr theoretische Ansätze und Konzepte als praktische Umsetzungen auf Unternehmensebene.

Spätestens seit die FAZ über zwei Print-Seiten den neuen Dienst adelte, kommt man als Teilnehmer des ubiquitären Web 2.0 kaum mehr um eine irgendwie geartete Stellungnahme herum: Sollen Unternehmen nun twittern oder nicht? Und wie können oder sollten sie den Dienst für PR-Zwecke nutzen?

Vorab: Pauschal lässt sich diese komplexe Frage sowieso nicht beantworten.

Aber mit dem seit einiger Zeit twitternden Microsoft Deutschland können Web 2.0-affine Kommunikationsfachleute und Social Media Experten schön im Realfall verfolgen, wie einer der größten Konzerne bundesweit Twitter zur Unternehmenskommunikation nutzt. Prof. Thomas Mickeleit, Director of Communications bei MS Deutschland, erklärt im Interview mit den Kollegen von Fink & Fuchs ausführlich, welche Ziele sein Unternehmen dabei verfolgt.

Positionierungsphase

Als Agentur mit Schwerpunkt auf Online-PR beschäftigen wir uns natürlich – nicht nur in unseren Blogbeiträgen – seit längerem mit dem Phänomen Twitter. Wir twittern selbst dialogorientiert als Agentur und einige Kollegen vom prdienst.de-Team – wie auch ich – haben ihre persönlichen Accounts. Und unsere Kunden? Manche sind beim Thema Twitter mindestens genauso lange aktiv wie wir selbst, andere starten gerade durch und mit wieder anderen Kunden befinden wir uns in der Positionierungsphase, ob und wenn ja, wie Twitter überhaupt genutzt werden soll.

Konzept – das A und O der Kommunikation

Bevor jedoch munter drauf los geschrieben wird, ist ein klares Konzept, wer wie über Twitter kommuniziert und was die dabei angestrebten Ziele sind, ganz sicher unumgänglich. So sieht das beispielsweise auch Prof. Mickeleit, der ganz klar herausstellt, dass sich Microsoft Deutschland in einer “steilen Lernkuve” befindet und sein Konzept kontinuierlich weiter entwickelt. So nutzt das Unternehmen den Dienst aktuell in einer “Push”-Funktion und macht mit einer hohen News-Dichte über diesen Kanal auf relevante Hintergrundinformationen oder auch mal auf Events aufmerksam.

Klare Leitlinien für Unternehmen und Mitarbeiter

Um die ohnehin begrenzten PR-Ressource nicht überzustrapazieren, kann sich ein Unternehmen auf einen einzigen Corporate-Account fokussieren und zentral twittern. Je mehr Dialog ein Unternehmen mit anderen Twitter-Usern (im besten Fall mit seiner Zielgruppe oder Multiplikatoren) wünscht, desto höherer Aufwand bei den verantwortlichen Kommunikatoren ist aber einzukalkulieren. Vor dem Anlegen eines Accounts ist also unter anderem zu beachten, wie man als Unternehmen nach außen auftreten will – allein dafür ist ein Konzept notwendig. Eine kurze Einführung zu Twitter und was Unternehmen beachten sollten, geben beispielsweise Holger Schmidt auf faz.net oder Christoph Dernbach in seinem Blog.

Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wohin sich das Phänomen Twitter entwickelt und wie sich die Meinungen dazu verändern, verfestigen oder auch verflüchtigen werden. Sicher ist: Es gibt eine Entwicklung – und wir bleiben dran.

Wie schätzen Sie das Thema Corporate-PR mit Twitter ein – aktuell und für die Zukunft? Uns interessiert Ihre Meinung!

Daniela Dangers hat diesen Beitrag am Freitag, 10. Juli 2009, in der Kategorie Wissenswertes, Zeitgeschehen veröffentlicht und unter den Stichworten , , , , abgelegt
0 Stimmen - Bitte stimmen Sie ab!

1 Kommentar to 'Corporate-PR mit Twitter: ja oder nein – oder wie?'

Stefan / intuitiv
10. Juli 2009

Hallo,

das Thema Twitter ist für viele Unternehemn in Deutschland sehr neu. “Man” hört zwar einiges in den Medien, traut sich aber nicht so richtig an das Thema ran. Die Amerikaner gehen mit diesem Thema etwas lockerer um, wobei es manchmal für das Ansehen der Firma dann auch fatale Konsequenzen hat.
In Deutschland stelle ich mir dann die Frage, obe der Bäcker ums Eck mir tatsächlich einen Tweet schicken muss, wenn die Brez’n fertig sind oder der Maler im Dorf tweetet “weiße Farbe ist nun aus”.
Ich denke, es gibt Unternehmen und Bereiche in der Wirtschaft, in denen Web-Applikationen und die vernetzte Kommunikation Sinn machen, aber die Bereiche die ausschließlich produzieren, und zwar produzieren im alt-hergebrachten Sinn (also kein Web-Worker), die kommen sicher noch gut ohne Twitter aus.
Jedenfalls jetzt noch…

Gruß,

Stefan
Autor von “TwitterSweet – 140 Zeichen für den Geschäftsalltag” (http://twittersweet.de)

Hinterlasse einen Kommentar